Einfallsreiche Mutter rettet ihre Töchter vor Feuersbrunst.

Der menschengemachte Klimawandel zeigt sich nicht nur im allgemeinen Anstieg der Temperaturen, sondern auch in unberechenbaren Stürmen, Unwettern und sintflutartigen Regenfällen. Das südamerikanische Land Chile hat von beidem bereits mehr, als ihm lieb ist. Die konstante Hitze hatte die Wälder der Anden verdorren lassen, bis in dem ausgetrockneten Gehölz Anfang 2017 ein Feuer ausbrach. Ein Unglück kommt selten allein: Heftige Böen hatte den Waldbrand zu einer verheerenden Feuersbrunst angefacht, in der fast 600.000 Hektar Wald zerstört wurden und elf Menschen ihr Leben verloren.

Mitten im Herzen dieser Katastrophe jedoch gibt es eine Geschichte, die hoffen lässt und einmal mehr zeigt, zu welch mutigen Leistungen Menschen imstande sein können.

Youtube/America Mia

Silvana Garcia aus dem Dorf Hualqui, nahe der Stadt Concepción, ist mit ihren beiden Töchtern zuhause, als sie sieht, wie das Feuer sich beängstigend schnell ihrem Bauernhof nähert. Ihr Mann Carlos ist unterwegs, um mit den Nachbarn zusammen die Flammen zu bekämpfen, aber Silvana wird bewusst, dass niemand die Feuersbrunst mehr wird aufhalten können. Wohin können sie fliehen, damit die Flammen sie nicht erreichen?

Silvana denkt schnell nach und fasst einen gewagten Entschluss. Sie bringt ihre Töchter zu dem Brunnen auf dem Hof der Farm, der fast 3 Meter in die Tiefe reicht. Silvana befestigt ein Seil am Rand und überredet die Mädchen, in das dunkle, kalte Loch im Boden hinabzuklettern.

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Dann nimmt sie einige große Metallplatten, steigt selbst in den Brunnen, schiebt die Platten über sich über die Öffnung und klettert zu ihren Kindern hinunter. Zusammen kauern sie in der kalten, dunklen Enge und hören mit an, wie das Feuer über ihnen ihr Zuhause zerstört. Über zwei Stunden lang verharren sie so in ihrer Zuflucht.

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Als Silvanas Mann Carlos aus der Ferne sieht, in welche Richtung die Flammen durch die Wälder wandern, wird ihm trotz der sengenden Hitze eiskalt vor Angst. So schnell er nur kann, eilt er nach Hause zurück. Doch als er dort ankommt, ist von seinem Heim nichts mehr übrig – nur noch ein Haufen Trümmer und rauchende Asche. Er läuft durch die Überreste seines Hofes und ruft mit wachsender Panik nach seiner Familie.

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Dann plötzlich hört er etwas, das von unter der Erde zu kommen scheint: Aus der Tiefe hervor dringt ein Rufen. Er räumt den Schutt zur Seite, schiebt die Metallplatten vom Brunneneingang und sieht zu seiner grenzenlosen Erleichterung Silvana und die Kinder. Sie sind alle unverletzt geblieben.

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Er hilft ihnen nach oben. Gemeinsam stehen sie vor den Resten ihrer Existenz. Nicht nur alle Gebäude sind verbrannt, auch all ihre Tiere sind Opfer der Flammen geworden.

Die unglaubliche Geschichte von Silvanas Geistesgegenwart kannst du in folgendem Video ansehen (auf Spanisch):

Die Familie Garcia hat so gut wie alles Materielle verloren. Ihre Zukunft wird hart und beschwerlich sein. Aber sie sind am Leben und haben einander immer noch, um sich gegenseitig zu helfen und zu stützen und trotz dieses schrecklichen Ereignisses einen Neuanfang zu wagen.

Quelle:

24 Horas, Youtube

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