Adoptierter Sohn findet seine Mutter nach 73 Jahren wieder.

Als Pauline Lott im Jahr 1941 ihren Sohn Charles bekommt, ist das keine gute Zeit für eine unverheiratete junge Frau und ihr Kind. Sie weiß nicht, wovon sie sich und ihr Baby ernähren soll, und niemand gibt einer Mutter ohne Trauschein Arbeit oder Unterkunft.

Die hochschwangere Pauline landet schließlich im King's Daughters Heim für unverheiratete Mütter in der Stadt Natchez im US-amerikanischen Bundessaat Mississippi. Man verspricht ihr, dass alle Kosten für die Geburt und die medizinische Versorgung übernommen werden, unter einer Bedingung: Sie muss ihr Kind direkt nach der Entbindung zur Adoption freigeben.

Pauline hat keine Wahl. Sie will das Beste für ihr Baby und hofft, dass es in gute Hände kommt und ein besseres Leben haben wird, als sie es ihm bieten kann. Sie nennt den kleinen Jungen Charles, kleidet ihn in einen blauen Matrosenanzug und drückt ihn seinen Adoptiveltern schweren Herzens in die Arme. Charles' neue Eltern lassen ihn seinen vollen Namen behalten: Charles Bruce Pate.

Youtube/USA TODAY

Noch Jahrzehnte später wird Pauline versuchen, ihr Kind wiederzufinden. Was sie nicht weiß: Auch Charles forscht nach seiner Mutter und setzt alles daran, sie zu finden. Im Jahr 1964 erlangt er Einsicht in seine Adoptionsunterlagen und findet Paulines vollen Namen heraus.

Er reist in ihre Heimatstadt Rosedale und trifft sich mit dem Arzt, der bei seiner Geburt geholfen hat. Irgendwann erstellt er sogar eine Liste aller Menschen mit dem Namen „Lott“ in ganz Mississippi und ruft sie einen nach dem anderen an. Doch nie findet er eine echte Spur von Pauline.

„Ich wusste nicht, wer ich war“, erzählt Charles heute. „Ich hatte Angst, dass ich, wenn ich sie schließlich finde, nur noch ihr Grab besuchen kann, und nicht sie selbst.“

Schließlich wendet Charles sich im Jahr 2013 an Ancestry.com, ein Online-Portal zur Ahnenforschung. Dadurch stößt er zuerst auf die Todesanzeige von Paulines Zwillingsbruder, Jessie Paul Lott. In der Anzeige stehen die Namen der nächsten Angehörigen aufgelistet, und Charles findet erst Paulines Neffen, und dann sie selbst.

Charles ist inzwischen selbst ein alter Herr – er ist 73 und Pauline 88 Jahre alt, als er seine Mutter trifft und ihr zum allerersten Mal ein Kuss auf die Wange drücken kann.

Jetzt sprechen die beiden per Telefon jeden Tag miteinander. Charles hat das Gefühl, vom Leben reich beschenkt zu sein: Er hat liebevolle Adoptiveltern und zusätzlich seine biologische Mutter wiedergefunden.

Die Geschichte von Charles und Pauline kann hier noch einmal angeschaut werden (auf Englisch):

„Es hilft mir, zu wissen, wer ich jetzt bin, woher ich komme“, sagt Charles glücklich.

Wie schön für die beiden, dass Charles nie aufgegeben hat! Nach so langer Zeit können sie endlich nachholen, was ihnen zuvor genommen worden war.

Kommentare

Auch interessant