13-Jähriger begeht Selbstmord: Eltern wollen seine Geschichte erzählen.

Daniel Joseph Fitzpatrick aus New York ist erst 13 Jahre alt, als er sich das Leben nimmt. Es ist seine 17-jährige Schwester Kristen, die den kleinen Bruder am 11. August findet, erhängt mit dem eigenen Gürtel. Die Eltern Maureen und Daniel senior sind immer noch wie betäubt vor Trauer. Doch sie wollen nicht über das schweigen, was passiert ist. Denn ihr Sohn hat keinen Ausweg mehr gesehen, weil er massiv gemobbt wurde. 

Facebook/Fitzpatrick

Der Junge hat einen mehrseitigen Abschiedsbrief geschrieben, den die Eltern nun veröffentlicht haben. Darin beschreibt er, wie sich in der 6. Klasse auf seiner katholischen Schule ehemalige Freunde plötzlich gegen ihn wenden und er jeden Tag ihren Mobbing-Attacken ausgesetzt ist: „Anthony ließ alles an mir aus. Jeden Tag triezten er, John, Marco, José und Jack mich, verprügelten mich, ich brach mir sogar den Finger“, schreibt Daniel, auch Danny genannt. Sie hänseln den Teenager wegen seinem Gewicht, seinen Noten, weil er nicht so "hart" ist wie die anderen Jungs. „Ich gab irgendwann auf... die Lehrer haben einfach nichts gemacht.“

Facebook/Daniel Fitzpatrick

„Ich will, dass die Welt die Geschichte meines Sohnes kennt - und das Leid, das er ertragen musste“, sagt Daniels Vater mit von Tränen belegter Stimme auf seinem 18-minütgen Facebook-Video. „Kein Kind sollte durchmachen müssen, was mein Sohn durchgemacht hat.“ In der emotionalen Aufnahme erzählt der Mechaniker auch, dass er und seine Frau sich von der Schule nicht ernst genommen fühlten, als sie wegen Dannys Leiden beim Schulsprecher vorstellig wurden: „Das geht schon vorbei. Danny muss sich nur mehr anstrengen“, soll es dort geheißen haben.

Facebook/Daniel Fitzpatrick

Daniel senior richtet sich auch direkt an die Eltern der Jungen, die Danny namentlich in seinem Abschiedsbrief genannt hat: „Ihr könnt eure Kinder für den Rest eures Lebens jeden Tag, jede Nacht im Arm halten. Ich bekomme das nicht mehr. Das wurde mir, meiner Frau und seinen Schwestern genommen. Danny war eine liebenswerte Seele, die keiner Fliege etwas zuleide tun konnte. Ich will ihm nur noch einmal sagen: 'Guten Morgen, ich liebe dich' - aber dafür ist es zu spät.“ 

Facebook/Schnitzelhaus

In den Stunden der Trauer hofft Daniel Fitzgeralds Familie nun, mit ihrem Schritt an die Öffentlichkeit die Aufmerksamkeit auf das Thema Mobbing zu lenken - und auf seine fatalen Folgen. Den 13-Jährigen können sie damit nicht wieder lebendig machen. Doch wenn andere ein offenes Ohr für Mobbing-Opfer haben und sie unterstützen, können andere Kinder vielleicht vor diesem Schicksal gerettet werden. 

Kommentare

Auch interessant