Mädchen findet zerknüllten Zettel, auf dem ein Hilferuf geschrieben steht.

Es sollte eigentlich nur ein gemütlicher Ausflug werden, doch was ein Vater mit seiner Tochter an jenem sonnigen Abend erleben sollte, könnte eins zu eins aus einem Krimi stammen. Während die beiden gemütlich durch die Straßen der ukrainischen Stadt Troeschtschina schlenderten, geschah das Unglaubliche.

Youtube/ТСН

Der 13-jährigen Tochter fiel aus heiterem Himmel ein kleiner, zerknüllter Zettel vor die Füße. Ihr Vater schenkte dem vermeintlichen Müll keine Beachtung, das Mädchen war hingegen neugierig und hob ihn vom Boden auf. Doch als sie die Botschaft darin sah, übergab sie das Stück Papier sofort ihrem Vater. Die Nachricht ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren: „Ich werde in einer Wohnung im 8. Stockwerk gefangen gehalten.“ Der Mann benachrichtigte umgehend die Polizei.

Als die Polizei eintraf, machten sich die Beamten sofort auf die Suche nach der ominösen Wohnung. Hinter einer der Wohnungstüren konnten sie vage die Stimme eines verängstigten Mädchens vernehmen, das bitterlich weinte und flehte, befreit zu werden.

Die 16 Jahre alte Darja Karapetjan wollte sich während der Sommerferien eigentlich nur etwas Taschengeld dazu verdienen und entdeckte im Internet eine Familie, die ein Au-pair-Mädchen suchte. Doch als die Jugendliche in die Stadt reiste, um sich vorzustellen, wurden ihr von einem Trio – zwei Frauen und einem Mann – sofort alle Habseligkeiten weggenommen. Anstatt als Kindermädchen sollte Darja als Prostituierte Geld verdienen.

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Darja versuchte zu flüchten, die drei Kidnapper waren darauf allerdings vorbereitet. Sie schlugen das Mädchen, fesselten es und zwangen es, reichlich Alkohol zu trinken. Sie sagten Darja, keiner der Nachbarn würde ihr zu Hilfe kommen, Hilfeschreie seien daher zwecklos.

Sobald sie allein in der Wohnung war, suchte Darja nach einer Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Sie fand ein Blatt Papier, riss es in mehrere Stücke, schrieb Nachrichten darauf und warf die Zettelchen aus dem Fenster, in der Hoffnung, jemand würde ihr helfen. Und so kam es zum Glück ja auch.

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Als ihre Mutter Larisa daraufhin einen Anruf von der Polizei bekam, war sie vollkommen perplex. Sie war zwar von Anfang an nicht begeistert von den Au-Pair-Plänen ihrer Tochter gewesen, da sie jedoch per Telefon immer wieder mit Darja Kontakt hatte, machte sie sich keine allzu großen Sorgen. Darjas angebliche Gastfamilie hatte sogar davon gesprochen, wie gut es dem Mädchen gehen würde. Was sie aber nicht wusste: ihre Tochter wurde mit einem Messer am Hals zu den Telefonaten gezwungen.

Glücklicherweise wurden die drei Täter schnell gefasst und zu Freiheitsstrafen von jeweils zehn Jahren verurteilt. Wenn du mehr über die Geschichte erfahren möchtest, kannst du dir das folgende Video (auf Ukrainisch) ansehen:

Laut den Vereinten Nationen geschehen solche Verbrechen immer wieder. Weltweit sollen bis zu 2,4 Millionen Personen das Opfer von Menschenhandel sein, 80 Prozent von ihnen werden als Sexsklaven missbraucht. Zur Sicherheit sollte man einen Satz verabreden, an dem die Eltern oder der Partner bei Telefonaten erkennen können, dass man in Gefahr schwebt. Das könnte eines Tages auch dein Leben retten!

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