Mitgefühl eines Teenagers tröstet eine trauernde Witwe.

Seit drei Monaten arbeitet der 16-jährige Brenden McGee aus der kleinen Stadt Moline im US-amerikanischen Bundesstaat Illinois neben der Schule nachmittags in der örtlichen Eisdiele „Whitey’s Ice Cream“.

Eines Tages steht er an seinem Platz hinter dem Fenster des Drive-in-Schalters, als das Gesicht einer Kundin ihn in seiner Arbeit innehalten lässt. Die Augen der Dame sind geschwollen, ihr Gesicht ist verweint. Sie sieht furchtbar traurig aus und hat Mühe, ihre Bestellung aufzugeben.

Nach einigen Versuchen schafft sie es, mit zittriger Stimme einen Milchshake zu bestellen. Brenden macht das gewünschte Getränk zurecht, reicht es ihr ins Auto und sagt: „Das geht heute auf mich. Ihnen noch einen schönen Abend.“ Die Frau lächelt mit Tränen in den Augen und fährt davon.

Brenden hat den Vorfall schon fast wieder vergessen, als dieselbe Frau ein paar Tage später die Eisdiele betritt und die Geschäftsleitung sprechen will. Chefin Rhonda VanDyke kennt Brenden als einen freundlichen und sanftmütigen Menschen und wundert sich zunächst, warum eine Kundin sich anscheinend über ihn beschweren möchte.

Doch die Dame erzählt Rhonda nicht nur von Brendens Freundlichkeit, sondern auch, warum sie an jenem Tag so aufgelöst gewesen ist. Ihr Ehemann sei nur wenige Wochen zuvor gestorben. Sie trauere um ihn und müsse sich mühsam durch jeden einzelnen Tag hindurchkämpfen.

Die Frau ist von Brendens kleiner Geste des Mitgefühls so berührt und getröstet worden, dass sie Rhonda bittet, ihn auf irgendeine Weise zu belohnen. Rhonda stimmt gerne zu und klebt ein handgeschriebenes Schild an seinen Schrank im Umkleideraum der Eisdiele: „Gut gemacht, Brenden!“ Die Dame ist zufrieden.

Bilder des Schildes und der Geschichte dahinter tauchen rasch im Internet auf, und bald kennt das ganze Land Brenden McGee.

Doch nur zwei Monate nach dem verschenkten Milchshake geschieht etwas Furchtbares. Bei Brenden wird ein bösartiger Tumor entdeckt. Er hat Krebs und muss sofort in Behandlung.

Flickr/liz west

Seine Mutter Marcy macht sich Sorgen, wovon sie die Rechnungen bezahlen und gleichzeitig ihre Familie versorgen soll. Als Brendens Freunde im Netz eine Sammelaktion starten, um Geld für seine Behandlungen aufzutreiben, greifen dieselben Zeitungen, die noch kurz zuvor über ihn berichtet haben, die schlimmen Neuigkeiten auf.

Der Aufruf verbreitet sich rasend schnell. Menschen aus der ganzen Welt spenden, um Brenden zu helfen. Nach intensiver Chemotherapie und einer Bestrahlung kann die Familie im März 2016 erleichtert verkünden, dass Brenden es geschafft hat und wieder krebsfrei ist.

Er und seine Mutter sind tief gerührt von der Anteilnahme und Hilfsbereitschaft völlig fremder Menschen.

Schön, zu sehen, wie eine kleine Geste der Empathie einem Menschen in seiner Trauer viel bedeuten kann. Und dass sie manchmal auf Umwegen auch demjenigen aus der Not helfen kann, der sich die Zeit genommen hat, freundlich zu einer Fremden zu sein.

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