Waisenkind mit Behinderung findet dank Social-Media-Kampagne ein Zuhause.

Die kleine Elvira wurde im Jahr 2011 in Primorje in Russland geboren. Das Mädchen hatte von Geburt an mehrere gesundheitliche Probleme und benötigte rund um die Uhr medizinische Betreuung. Traurig, aber wahr: Als ihre Eltern die kleinen, deformierten Hände ihrer Tochter sahen, wollten sie nichts mehr mit ihr zu tun haben. 

Elya, wie sie von jedem genannt wurde, kam in ein Waisenhaus. Niemand hatte Hoffnung, dass sie jemals Adoptiveltern finden würde. 3 Jahre lang hatte noch nicht einmal jemand überhaupt erwogen, Elvira zu sich zu holen. Die Mitarbeiter waren hoffnungs- und ratlos.

In dieser Situation kamen Yulia und Ali Bejsenov ins Spiel: Sie waren vor 10 Jahren von Kasachstan nach Deutschland gezogen. In ihrer freien Zeit fuhren sie oft nach Russland und unterstützten dort Wohltätigkeitsorganisationen, die Waisenkindern halfen, ein neues Zuhause zu finden. Im Jahr 2014 kam Yulia auch nach Primorje, um ein örtliches Waisenhaus zu besuchen. Als sie das erste Mal Elyas schönes Lächeln sah, wusste sie: Das wird ihre Tochter.

Yulia und Ali waren mit den russischen Adoptionsgesetzen bestens vertraut und trugen sehr schnell alle benötigten Dokumente zusammen. Das Paar war sich sicher, dass Elya bald zu ihnen gehören würde.

Das Gericht in Primorje lehnte den Antrag der beiden jedoch ab. Als Yulia den Grund dafür hörte, konnte sie ihn nicht glauben. 

„Wie ist das überhaupt möglich?“, schrieb die Frau bei Facebook. „Wir sind seit 15 Jahren verheiratet und haben 3 Kinder. Und nun vermuten sie, dass wir beide plötzlich unsere sexuelle Orientierung geändert hätten und Beziehungen mit dem jeweils anderen Geschlecht eingehen würden.“ 

Yulia und Ali ließen sich von einem Psychologen und einem Medizinprofessor ihre Heterosexualität bestätigen, doch dies half nicht: „Das Gericht äußerte nun die Vermutung, dass beide Ehepartner zur gleichen Zeit sterben würden und Elvira von einem homosexuellen Pärchen großgezogen würde“, erzählte die verängstigte Frau. „Vor zwei Jahren wurde ein Gesetz vom russischen Präsidenten unterschrieben, laut dem eine Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare erlaubt ist. Doch Deutschland gehört nicht in den Gültigkeitsbereich dieses Gesetzes!“

Der lächerliche Grund überraschte sogar erfahrene Rechtsanwälte. Yulia und Ali entschieden sich dafür, vor das russische Gericht zu ziehen. Zudem starteten sie eine Social-Media-Kampagne und baten die Menschen darum, ihre Petition für eine Adoption von Elya zu unterschreiben. Das Paar sammelte fast 400.000 Unterschriften. Außerdem posteten hunderte Menschen Bilder in sozialen Netzwerken, auf denen stand: „Lass Elya zu Mama!“, in der Hoffnung, dass das Gericht seine Meinung ändern würde. 

Nach ein paar Monaten hatte sich Yulias Geschichte schon weit verbreitet, und sie erhielt die Unterstützung tausender Menschen. Als dann endlich Einspruch eingelegt wurde, hatte das Gericht keine andere Wahl, als die erste Entscheidung aufzuheben. Elya durfte nun endlich von der Familie adoptiert werden. 

„Elya ist zuhause. Ich habe anderthalb Jahre davon geträumt, diese Worte zu sagen“, schreibt Yulia auf Facebook. „Unsere kleine Elfe ist zuhause und fühlt sich so, als sei sie schon immer hier gewesen.“ 

Als Elya ein Waisenkind war, glaubten viele, dass sie niemals für sich selbst würde sorgen können. Doch als sie mit Menschen zusammen war, die sie wirklich lieben, blühte sie auf. Sie konnte bereits zwei Sprachen, liebte Sport und lernte sogar Pianospielen. Elya und ihre Eltern traten in zahlreichen Fernsehsendungen auf, darunter auch in deutschen. Dadurch hat die leibliche Mutter ihre Tochter zum ersten Mal nach so langer Zeit wieder gesehen. Man kann nur erahnen, wie sie sich gefühlt haben muss...  

 

Quelle:

change.org

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