Babysitterin wird über 40-mal von Familien-Hund gebissen.

Achtung: Dieser Artikel enthält Bilder, die auf manche Leser verstörend wirken können.

Felicia Hambrick ist gerade einmal 24 Jahre alt und kurz davor, ihr Studium an der „Pacific Lutheran University“ im US-Bundesstaat Washington zu beenden, als eine Begegnung mit einem Hund ihr Leben für immer verändert.

GoFundMe/Felicia Hambrick Medical

Alles beginnt damit, dass ihre beste Freundin Cassy sie fragt, ob sie im Herbst 2016 für eine Woche auf ihre drei Kinder aufpassen könne. Die beiden Frauen kennen sich schon seit Schulzeiten, und Felicia erklärt sich sofort bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. An diesem Wochenende würden auch Cassys Mutter und der Hund der Familie, Roscoe, da sein.

Cassys Vater hat ihn ihr vor Kurzem geschenkt, und bis dahin war er immer unauffällig, wenn er auch die meiste Zeit zu Hause eingesperrt war. Normalerweise hat sich Roscoe immer gut mit den Kindern verstanden, doch als er auf Felicia trifft, ist es anders, denn er betrachtet sie als „Fremde“. Die beiden sind nie miteinander „warm“ geworden, einmal hat Roscoe sogar in Felicias Handgelenk gebissen. Seitdem wird er immer in einem anderem Zimmer eingesperrt, wenn sie zu Besuch ist.

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Aber Felicia mag die beiden Jungs von Cassy einfach zu sehr. Der Hund ist ihr egal, sie möchte einfach auf die Babys aufpassen. Während sie gerade die jüngste Tochter ins Bett bringt, schauen die älteren Brüder noch Fernehen. Niemand achtet darauf, was der Hund tut. Den ganzen Abend schon war er hyperaktiv, aber niemand hat sich etwas dabei gedacht. Bis sich die Schlafzimmertür öffnet ...

GoFundMe/Felicia Hambrick Medical

Roscoe springt Felicia an. Mit einer Größe von gerade einmal 1,50 m hat sie keine Chance gegen das Tier. Sie versucht, Cassys Tochter zu retten, opfert sich dafür selbst und bekommt alles ab; Roscoe beißt sie über 40-mal: in die Arme, in die Beine, in den Bauch und in den Hals. Später erinnert sie sich: „Ich wusste, dass er es nicht auf die Kleine abgesehen hatte. Er hat mich direkt attackiert.“ In diesem Moment besteht ihre Welt nur noch aus Schmerzen. Auch Cassys Mutter gelingt es nicht, das Tier von Felicia wegzuzerren.

GoFundMe/Felicia Hambrick Medical

Zum Glück hört eine Nachbarin ihre Schreie und ruft den Notarzt. Als der Krankenwagen nach bangen Minuten endlich ankommt, ist Felicia so schwer verletzt, dass sie noch nicht einmal aufstehen kann. Das Nächste, an das sie sich erinnert, ist, im Krankenhaus aufzuwachen. Roscoe hat 40-mal zugebissen. Glücklicherweise hat der Hund keine wichtigen Adern erwischt oder Knochen gebrochen. Doch das ist ein schwacher Trost.

GoFundMe/Felicia Hambrick Medical

Felicia verbringt fünf Tage im Krankenhaus und bekommt insgesamt 94 Klammern, welche die ganzen Wunden zusammenhalten. Um die enormen Kosten bezahlen zu können, starten ihre Familie und Freunde eine Spendenkampagne im Internet. Und auch wenn die Wunden langsam verheilen, hat Felicia bis heute Albträume.

GoFundMe/Felicia Hambrick Medical

Erstaunlicherweise macht die junge Frau Roscoe keine Vorwürfe, sie ist sicher, dass er nur seine Familie beschützen wollte.

GoFundMe/Felicia Hambrick Medical

Cassy dagegen fühlt sich furchtbar, auch wenn Felicia sie immer wieder beruhigt, dass sie keine Schuld an ihren Wunden habe.

GoFundMe/Felicia Hambrick Medical

Insgesamt geht Felicia bewundernswert mit dieser schrecklichen Erfahrung um. Während Freunde und Familie ihr sagen, dass sie ihre Narben wegoperieren lassen soll, möchte sie sie behalten – als Erinnerung und Beweis für das, was sie durchgemacht hat.

Youtube/Tacoma News Tribune

 „Ich werde lernen, sie zu lieben“, sagt sie selbstbewusst.

Youtube/Tacoma News Tribune

Im Interview erzählt Felicia ihre dramatische Geschichte noch einmal selbst (auf Englisch):

In solchen Momenten gibt es kein wirklich gutes Ende. Roscoe hat viel zu aggressiv reagiert, auch wenn er seine Familie beschützen wollte. Am Schluss wurde er von den Behörden abgeholt und eingeschläfert. Jeder sollte sich bewusst sein, dass Tiere eine große Verantwortung bedeuten und kein Spielzeug sind, das man einfach weglegen kann. Cassy muss für immer damit leben, dass ihre Freundin ihretwegen eine traumatische Erfahrung gemacht hat und für immer Narben behalten wird.

Felicias Leben ist für immer verändert: Sie hat das Kind beschützt und dabei ihr eigenes Leben riskiert. Und sie würde es immer wieder tun, sieht die Narben als Erinnerung an ihre eigene Stärke und als Teil von ihr. Sie ist wirklich eine großartige Frau.

Quelle:

Miamiherald

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