11-Jähriger schreibt 4 Tage vor Krebstod rührenden Abschiedsbrief.

Finlay Church aus dem britischen Birmingham ist erst 10 Jahre alt, als er die markerschütternde Diagnose bekommt: Der aufgeweckte Junge leidet an einem Gehirntumor. Er muss unzählige Operationen und Chemotherapien über sich ergehen lassen. Durch die Medikamente nimmt er 20 Kilogramm zu und erleidet mehrere Schlaganfälle, die ihn schließlich beidseitig gelähmt und ans Bett gefesselt zurücklassen. Trotzdem bleibt Finlays Kampfwille ungebrochen. Zusammen mit seiner Familie sammelt er über 100.000 britische Pfund an Spenden für die Krebsforschung. Vier Tage, bevor der mittlerweile 11-Jährige endgültig seiner Krankheit erliegt, diktiert er seiner Tante diesen Brief. Sein Inhalt bringt seine Familie gleichermaßen zum Weinen und zum Lachen: 

"Was tue ich hier? Den Leuten erzählen, was ich fühle. 

Mein Name ist Finlay Church. Ich mag meinen Namen. Ich mag Schokolade und Essen überhaupt. Ich habe Essen schon immer geliebt. Ich fluche oft in meinem Kopf. Manchmal sage ich das "Sch"-Wort in meinem Kopf, wenn ich Schmerzen habe. Der Schmerz fühlt sich wie Schmerz an, ich kann es nicht besser erklären. Aber ich habe die Schnauze voll davon. Denn ich kann es nicht mehr ertragen, mich jeden Tag so zu fühlen. Ich fühle mich müde, habe Schmerzen im ganzen Körper und ich habe genug davon, wegen der Medikamente so fett zu sein. Und jetzt sitze ich hier mit meiner Tante Claire und diktiere ihr diesen Brief. 

An meine Mama: Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin es nur leid, das alles durchmachen zu müssen. Ich liebe meine verrückte Mutter, Du bist total durchgeknallt, mutig, wunderbar, unglaublich... Du hilfst mir, das durchzustehen, Du wäschst mich, du fütterst mich, Du liebst mich. Ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr ich Dich liebe und alles wertschätze, was Du für mich tust. Du bist die beste Mama auf der ganzen Welt. 

Mein Papa! Du bist sehr viel vernünftiger und reifer als Mama. Ich liebe Dich über alles, weil Du so hilfsbereit und aufopferungsvoll bist - und nicht so oft angeschickert wie Mama. 

Macca, Du bist ein toller Bruder. Du bist für mich da, wenn du kannst. Ich weiß, es fällt Dir schwer, mich so krank zu sehen, aber ich weiß, Du wünschst mir nur das Beste. Ich liebe Dich, auch wenn Leute denken, wir seien Zwillinge, obwohl ich zwei Jahre älter bin - aber Mama ist Schuld, weil sie uns immer dasselbe angezogen hat. 

Tegan, Du kannst eine ganz schön nervige kleine Schwester sein, aber ich werde Dich immer lieben und Dir immer vergeben, weil Du einfach so süß bist. 

Rico, mein Hund, du wunderbares Wollknäuel. Du hast meine Familie vervollständigt. 

Und an den Krebs, sch**** auf den Krebs. Du hast mein Leben verändert. Im Guten wie im Schlechten. 

Soll ich mit dem Guten beginnen? Wir haben jetzt einen Hund, es hat unsere Familie näher zusammengebracht, wir haben tausende von Pfund für die Gehirntumorforschung und das Kinderkrankenhaus in Birmingham gesammelt. Ich habe Erfahrungen gesammelt, von denen ich nie geglaubt hätte, sie erleben zu dürfen - dank meiner Familie, Freunde und der Stadtgemeinde. Ich bin so dankbar für alle Leute, die geholfen haben.

Nun zur schlechten Seite von Krebs. All die Medikamente und Chemo und dass ich mich so furchtbar fühle. Ich habe Angst davor, den Kampf zu verlieren. Ich hoffe, das werde ich nicht. Ich muss einfach weiterkämpfen. 

Wenn ich groß bin, möchte ich der beste Polizist sein, den Birmingham je hatte. Ich möchte den Leuten etwas zurückgeben und Danke sagen für all ihre Hilfe und Unterstützung." 

Ein Jahr nach dem Tod des 11-Jährigen im November 2015 hat seine Familie nun die Worte des Jungen veröffentlicht, um auf seine Spendenaktion aufmerksam zu machen und noch mehr Geld für die Forschung an Gehirntumoren zu sammeln. "Unsere Herzen sind gebrochen und ich weiß nicht, wie wir jemals wieder normal weiterleben sollen", sagt Finlays Mutter. "Aber mein Sohn wollte die Dinge für andere Erkrankte zum Besseren wenden und wir wollen seine Spendenaktion als sein Vermächtnis weiterführen." So können andere Kinder vielleicht eines Tages vor dem Schicksal des Jungen bewahrt werden. Ruhe in Frieden, kleiner Finlay. 

Quelle:

Metro

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