Mit 64 Jahren findet sie dank des Internets ihre Schwester.

Die Kindheit von Helen Edwards aus Tyneside in England war nicht einfach. Wenn ihr Vater nach Hause kam, war er jedesmal gewalttätig und beleidigend. In ihrer Not tat Helen schließlich etwas, das sie vor allen anderen geheim hielt: Sie fing an, mit einer imaginären Schwester zu reden. Damals konnte sie noch nicht ahnen, dass viel mehr dahintersteckt.

YouTube/ GenesReunitedYT

Nur wenige Kilometer entfernt lebte Jenny Lee Smith. Anders als bei Helen kümmerte sich Jennys Familie sehr fürsorglich und liebevoll um sie. Doch auch ihre Eltern hüten vor ihr ein großes Geheimnis.

Als sie 14 Jahre alt war, änderte sich Jennys Leben schlagartig. Sie ging damals gemeinsam mit ihren Cousins nach draußen zum Spielen und fing an, sich mit ihnen zu streiten. Dann sagte ihr einer der beiden, dass sie nicht mit ihnen spielen dürfe, da sie adoptiert worden sei. Als Jenny nach Hause kam, war sie schockiert und traurig. Sofort sprach sie ihre Mutter auf das an, was sie gerade zu hören bekommen hatte. Diese erzählte ihr daraufhin unter Tränen, dass sie tatsächlich im Alter von 6 Wochen adoptiert worden sei. 

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Erst im Jahr 2003 fand Jenny heraus, wer ihre biologische Mutter war. Es gelang ihr, ein Treffen mit ihr zu vereinbaren. Jenny erfuhr, dass ihre leibliche Mutter mit 28 Jahren schwanger geworden sei und das Baby, also Jenny, aus finanziellen Gründen zur Adoption habe freigeben müssen. Sie bat Jenny während des Treffens mehrmals um Verzeihung.

Doch auf einmal gestand sie ihrer Tochter, dass diese kein Einzelkind sei. Die Mutter flehte Jenny an, ihrer Schwester Helen nicht zu sagen, dass sie Geschwister seien: „Meine Tochter Helen könnte jede Minute durch die Tür hereinkommen. Sag ihr nichts. Sag ihr nicht, wer du bist.“ Jenny bekam nun noch einen Schock und ihr Herz schlug rasend schnell. Ein Jahr später starb die Mutter von Helen und Jenny. Das war der Zeitpunkt, als sich Jenny dazu entschied, nach ihrer Schwester zu suchen.

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Helen hatte derweil ihre schlimme Kindheit hinter sich gebracht. In guter Erinnerung verblieb ihr nur ihre imaginäre Schwester. Eines Tages erhielt sie eine E-Mail: „Nach sehr viel Recherche glaube ich, dass du meine Halbschwester bist“, schrieb ihr jemand namens Jenny. Im Jahr 2007 war es dann so weit: Die beiden Schwestern trafen sich zum ersten Mal. Es war eine glückliche Wiedervereinigung, aber beileibe noch nicht die letzte Überraschung, mit der sie konfrontiert wurden.   

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Helen und Jenny hatten dieselbe biologische Mutter. Nach einem DNA-Test zeigte sich, dass sie auch denselben Vater hatten. Nicht nur das: Es stellte sich zudem heraus, dass der aggressive und gewalttätige Mann, der Helen großgezogen hatte, gar nicht ihr leiblicher Vater war. Ihre Mutter hatte eine Affäre gehabt und war schwanger geworden. Und das nur einmal. Das bedeutet, dass die beiden in Wahrheit nicht nur Schwestern, sondern sogar Zwillinge sind! 

Wenn Helen nur gewusst hätte, dass ihre „imaginäre Schwester“, mit der sie sich vor all den Jahren unterhielt, wirklich existierte und die beiden sich Jahrzehnte später finden würden! Nun hat diese Geschichte endlich ein gutes Ende gefunden. Heute sagen die Schwestern: "Jetzt verbleibt uns noch der Rest unseres Lebens, um zusammen glücklich zu sein."

Sieh dir das Video an, in dem die zwei Schwestern ihre außergewöhnliche Geschichte erzählen (auf Englisch).

Man sieht den beiden einfach an, wie glücklich sie darüber sind, sich endlich nach so langer Zeit in die Arme schließen zu dürfen. Eine traurige Geschichte mit einem glücklichen Ende! 

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