Überlebender eines tödlichen Feuers findet als Vater wieder Freude am Leben.

Joe Kinan ist 34 Jahre alt, als er eine Entscheidung trifft, die sein Leben für immer verändern wird. Er beschließt an diesem Abend, das Konzert eines Freundes in der kleinen Stadt West Warwick im Bundesstaat Rhode Island an der Ostküste der USA zu besuchen. Veranstaltungsort ist der Nachtclub „The Station“, der in dieser Nacht für traurige Schlagzeilen sorgen wird.

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Denn an diesem Tag, dem 20. Februar 2003, gerät die Pyrotechnik-Show der spielenden Band außer Kontrolle. Schnell greifen die Flammen um sich und brennen die komplette Bühne nieder, während sich im gesamten Club Panik ausbreitet. Es dauert gerade einmal 60 Sekunden, bis auch das Hauptgebäude vom Feuer erfasst wird. In kürzester Zeit verwandelt sich das gesamte Gebäude in eine lichterloh brennende, tödliche Falle.

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Obwohl vier Ausgänge zur Verfügung stehen, rennen die meisten Gäste auf den Haupteingang zu, durch den sie den Club auch betreten haben. Hier dauert es wiederum nur wenige Minuten, bis der enge Flur und die Tür durch die panische Masse vollkommen verstopft sind. Für die nachdrängenden Menschen gibt es nun kein Entrinnen mehr. Obwohl die Feuerwehr bereits nach fünf Minuten eintrifft, kommt die Hilfe für viele zu spät: Am Ende werden von den 462 Gästen 100 ihr Leben in den Flammen lassen. 230 Menschen werden teilweise schwer verletzt, darunter auch Joe.

Er erleidet am ganzen Körper schwere Verbrennungen dritten und vierten Grades. Seine Verletzungen sind so schwer, dass er seine Finger und beide Ohren verliert. Sein linkes Auge erblindet und er trägt überall tiefe Narben davon. Heute erinnert er sich an das Feuer: „Ich sah nur schwarzen Rauch und Menschen in Panik. Dann kamen diese unerträglichen Schmerzen. Erst als meine Haut komplett verbrannt war, spürte ich nichts mehr. Dann wurde es schwarz.“

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Die Ärzte können ihn zwar retten, doch er verbringt ein ganzes Jahr im Krankenhaus. Auch als er entlassen wird, denkt er, so nicht leben zu können. Er meidet jeden Spiegel, schließt sich zu Hause ein und verlässt das Haus nur, um sich behandeln zu lassen. Er hat bis heute 128 Operationen hinter sich. Zwei lange Jahre lebt er so, bis er einsieht, dass er sich diesem neuen Dasein stellen muss, wenn er wieder glücklich werden will. Und heute, im Alter von 48 Jahren, schätzt er sich nicht nur glücklich, weil er mit dem Leben davongekommen ist. Er ist glücklich mit seinem Leben als solchem. Dafür gibt es zwei sehr gute Gründe.

Einer davon ist seine Verlobte, Carrie Pratt. Die beiden haben sich 2007 im kanadischen Vancouver auf einem Kongress für Verbrennungsopfer das erste Mal getroffen. Carrie wurde ihrerseits als Kleinkind durch heißen Kaffee an Brust und Hals schwer verbrannt. Sie mag Joe auf Anhieb und ist von seinem Aussehen nicht abgeschreckt. „Er hatte diese positive Ausstrahlung, ich mochte einfach seinen Charakter“, erzählt sie heute. Die beiden freunden sich schnell an und bald darauf wird aus Freundschaft eine echte Liebesbeziehung. Aber auch der zweite Grund hat einen ganz entschiedenen Anteil an Joes Lebensglück.

Joe und Carrie werden nämlich Eltern der kleinen Hadley. Das süße Baby ist ihr ganzer Stolz. Jedes Mal, wenn sie sie anschauen, werden beide mit Glück erfüllt. Kurz nach der Geburt seiner Tochter entscheidet Joe sich schließlich für eine Handtransplantation, damit er seiner Tochter über den Kopf streicheln kann.

Joe erzählt: „Hadley ist mein ganzer Stolz. Jedes Mal, wenn ich sie zum Lachen bringen kann, macht es mich unglaublich glücklich.“

Es ist bewundernswert, wie Joe wieder neue Kraft im Leben finden konnte. Nach dieser furchtbaren Tragödie hat er enorme psychische Energie entwickelt und gezeigt, dass es im Leben immer wieder schöne Momente geben kann. Die kleine Familie hat auf jeden Fall alles Glück dieser Welt verdient.

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