Inspirierend: Frau mit großen Brandnarben überwindet grausames Mobbing.

WARNUNG: Dieser Artikel enthält Bilder, die auf manche Leser verstörend wirken können.

Joy Zylstra weiß das nur zu gut, was es bedeutet, wegen seines Aussehens gemobbt zu werden. Die heute 33-Jährige war erst neun Jahre alt, als sie für ihr Leben gezeichnet wurde. Das Mädchen machte mit seiner Familie Urlaub in den Bergen. Als Joy in eine der Hütten ging, um dort zu spielen, wollte sie im Halbdunkel des kleinen Raumes eine Kerze anzünden. Was sie nicht wissen konnte: Jemand hatte den Herd in der Hütte versehentlich angelassen und in den vergangenen Stunden war eine Menge Propangas ausgeströmt.

Als Joy das Streichholz anriss, um die Kerze anzuzünden, passierte die Katastrophe. „Ich konnte nur überall Funken sehen, ich hatte schreckliche Angst und schrie“, erinnert sie sich. „Dann kam mein Vater und hob mich hoch, ich erinnere mich an ein großes Stück Haut, das lose von meinem linken Arm herunterhing, und an den entsetzten Gesichtsausdruck meiner Schwestern.“

Youtube/Scarred, Not Broken - by Joy Zylstra

Auf dem ganzen Weg ins Krankenhaus hörte Joys Vater nicht auf, mit ihr zu sprechen, um sie bei Bewusstsein zu halten. Sie stand unter Schock, fühlte sich sehr müde und wollte einschlafen, aber er ließ es nicht zu – und rettete ihr damit wahrscheinlich das Leben.

Als sie das Krankenhaus erreichten, war Joys Kopf auf die Größe eines Basketballs angeschwollen. Die Haut ihrer geschwollenen Arme und Beine musste eingeschnitten werden, damit sie nicht aufplatzte.

Youtube/Scarred, Not Broken - by Joy Zylstra

45 Prozent ihrer Haut hatten Verbrennungen zweiten und dritten Grades erlitten, ihre Augen waren nur dadurch gerettet worden, dass sie während des Unfalls ihre Brille getragen hatte. Sie brauchte umfangreiche Hauttransplantationen, um die verbrannten Stellen wieder bedecken zu können.

Youtube/Scarred, Not Broken - by Joy Zylstra

Doch Joy verblüffte sowohl die Ärzte als auch ihre Familie mit ihrem unbeugsamen Lebenswillen. Sie erholte sich schneller und besser, als jeder zu hoffen gewagt hatte, und konnte bereits 5 Monate früher nach Hause entlassen werden, als die Mediziner für möglich gehalten hatten.

Youtube/Scarred, Not Broken - by Joy Zylstra

Doch damit war ihre Qual leider nicht zu Ende. Andere Kinder und auch Erwachsene ließen sie keinen Moment vergessen, dass sich ihr Äußeres für immer verändert hatte. Man lachte sie für ihre Narben aus und beschimpfte sie, nannte sie einen „Freak“, ein „Alien“ und – was ihr besonders wehtat – das Mädchen mit der „Krokodilshaut“. Diese Beleidigung traf sie so sehr, weil ihr Narbengewebe tatsächlich den Schuppen eines Reptils ähnelte. Wenn sie in den Spiegel sah, fühlte sie sich hässlich und monströs.

Trotz ihrer lähmenden Selbstzweifel fand Joy als erwachsene Frau Liebe und Geborgenheit mit ihrem Partner. Als sie ihre Tochter Ciara, die heute bereits 12 Jahre alt ist, bekam, wusste sie, dass sie lernen musste, ihr Äußeres anzunehmen. Wie sollte sie ihrem Kind schließlich ein gutes Selbstbewusstsein und Körpergefühl vermitteln, wenn sie selbst nicht wusste, wie es sich anfühlt?

„Ich habe immer Angst gehabt, dass meine Kinder sich einmal für mich schämen würden, weil ich anders aussehe als die Mütter ihrer Freunde. Aber da hätte ich gar nicht falscher liegen können.“

Die bedingungslose Liebe ihrer Kinder wirkte Wunder für Joys Selbstbewusstsein. Stück für Stück erkämpfte sie sich die Liebe zu ihrem Körper zurück. Heute fühlt sie nicht nur wohl in ihrer Haut – sie ist sogar stolz auf ihre „Krokodilshaut“, denn auch ihre Narben haben sie zu dem starken und weisen Menschen gemacht, der sie jetzt ist.

Sie hält inzwischen Vorträge über Körperbewusstsein und Selbstakzeptanz – auch in der Schule ihrer Tochter. Als sie vor Ciaras Klasse sprach, durfte sie etwas Wundervolles sehen: Ihre Tochter hörte sie vor ihren Schulkameraden sprechen und hatte vor Stolz Tränen in den Augen.

Ihre ganze Geschichte kann hier angesehen werden (auf Englisch):

Was für ein rundherum schöner Mensch. Joy glaubt, dass es ihre Mission im Leben ist, Menschen zu helfen, die unter ihrem Äußeren leiden und sich selbst für monströs und abstoßend halten. Und wer könnte das besser als sie?

Quelle:

Daily Mail

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