Schüler quälen seine Tochter, doch der Vater glaubt, es ist vorbei. Der Anblick zuhause lässt ihn weinend zusammenbrechen.

Vier Jahre nach ihrer Geburt wanderte Julia Derbyshires Familie in die Vereinigten Staaten aus. Nur fünf Jahre später zerbrach allerdings die Ehe ihrer Eltern. Während ihr Vater Adrian zurück nach Großbritannien zog, blieb Julia bei ihrer Mutter.

Als sie in die Pubertät kam, sprach sie mit einer Freundin über ihre Gefühle. Was die 12-Jährige jedoch nicht wusste: Ihre Freundin nutze das Vertrauen schamlos aus und erzählte allen Klassenkameraden von ihren Geheimnissen. Seit diesem Zeitpunkt wurde Julia körperlich und psychisch gemobbt.

Um seine Tochter vor der Drangsalierung ihrer Schulkameraden zu beschützen, beschloss Adrian zusammen mit seiner Ex-Frau, dass sie zu ihm ziehen sollte. Doch die zwei Jahre, in denen Julia dem Mobbing ausgesetzt war, hatten deutliche Spuren hinterlassen. Adrian hatte gehofft, dass sich seine Tochter nach dem Umzug wieder erholen würde. Was er aber nicht wusste: Für Julia war der Albtraum noch lange nicht vorbei.

Ihre früheren Schulkameraden gaben nicht auf. Julia war noch immer das Opfer von Cybermobbing und bekam hasserfüllte Nachrichten aus ihrer alten Heimat. Sie versuchte, sich äußerlich nichts anmerken zu lassen, innerlich war sie aber am Ende ihrer Kräfte angelangt. Schlussendlich meldete sie sich unter einem falschen Namen in einer Online-Gruppe an, in der Jugendliche zum Selbstmord animiert werden.

Eines abends kam Adrian nach Hause und machte dort eine fürchterliche Entdeckung: Julia hatte versucht, sich mit einem Strick zu erhängen.

Ihr Vater leitete sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ein, allerdings konnte er seine bewusstlose Tochter nicht mehr retten.

Im Krankenhaus wurde Julia direkt auf die Intensivstation gebracht. Die Ärzte gaben ihr Bestes und versuchten, das Leben der Jugendlichen zu retten. Nach fünf Tagen wurde Adrian dann aber die traurige Nachricht überbracht: Es gab für seine Tochter keine Hoffnung mehr.

Adrian traf die schwierigste Entscheidung seines Lebens. Er gab sein Einverständnis, die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen.

Adrian wich seiner Tochter in den letzten Minuten nicht von der Seite. Er machte zur Erinnerung noch ein paar letzte Fotos, dann verstarb Julia mit nur 16 Jahren.

„Ich machte diese Fotos kurz vor Julias Tod. Ich konnte es aber nie übers Herz bringen, sie mir anzuschauen. Ich wollte sie so nicht noch einmal sehen und will es eigentlich auch heute noch nicht“, sagt Adrian.

Zwei Jahre später entschied er sich trotzdem, die Bilder im Internet zu veröffentlichen.

„Es fällt mir unglaublich schwer, diese Fotos zu veröffentlichen. Beim Anblick kommen all die alten Erinnerungen wieder hoch. Ich fühle mich krank, wenn ich sie sehe“, erklärt Adrian.

Um auf die Konsequenzen des Cybermobbings aufmerksam zu machen, startete er nach dem Tod seiner Tochter SASSY. Die Aufklärungskampagne hat es sich zum Ziel gemacht, Mobbingopfern zu helfen und weitere Todesfälle zu verhindern.

„Anstatt heute Julias 18. Geburtstag zu feiern, habe ich Blumen auf ihr Grab gelegt“, erzählt Adrian.

Nach der Veröffentlichung der Fotos bekam Adrian von allen Seiten Zuspruch. „Die Reaktionen waren überwältigend. Bei mir meldeten sich Familien, die selbst ihre Kinder verloren und mir für die Veröffentlichung gedankt haben.“

Julias Geschichte ist ein tragisches Beispiel für die Folgen, die Cybermobbing haben kann. Zum Glück hat sich ihr Vater dazu entschlossen, seinen Schmerz und seine Erfahrungen mit der Welt zu teilen. Vielleicht kann Julias Tod so zumindest weitere Jugendliche vor einem ähnlichen Schicksal bewahren.

Quelle:

Daily Mailitv

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