Wow: 70-Jährige beendet 50 Jahre nach 1. Teilnahme Bostoner Marathon.

Nach 4 Stunden und 44 Minuten durchläuft Kathrine Virginia Switzer überglücklich die Ziellinie des Bostoner Marathons. Während der ganzen Strecke jubeln die Zuschauer der Läuferin mit der Startnummer 261 frenetisch zu. Aber nicht nur, weil die US-Amerikanerin die 42 Kilometer mit sage und schreibe 70 Jahren gemeistert hat. Denn vor 50 Jahren ist Kathrine bereits das erste Mal in Boston mitgelaufen - als erste Frau überhaupt, die einen Marathon mit offizieller Startnummer beendet hat. 

Als die damals 20-Jährige 1967 beim Bostoner Marathon antreten wollte, vertraten Sportfunktionäre noch die Auffassung, Frauen seien körperlich nicht imstande, längere Distanzen zu laufen und waren daher nur für Wettkampfläufe bis zu  2,4 Kilometer zugelassen - mit der Begründung, sie seien zu schwach, anfällig und ihnen könnte beim Laufen sogar die Gebärmutter herausfallen. Die junge Studentin und einzige weibliche Läuferin im Leichtathletik-Team ihrer Universität, mischte sich mit dem geschlechtsneutralen Anmeldenamen "K. V. Switzer" und der Startnummer 261 trotzdem unter die Teilnehmer. 

Als der Rennleiter sie beim Lauf bemerkte, hetzte er hinterher und versuchte, ihr die Startnummer vom Trikot zu reißen, um sie zu disqualifizieren. Doch ihr damaliger Freund schubste ihn aus dem Weg; Kathrine geriet ins Straucheln und rannte weiter - mit Wut als neuem Antrieb, bis sie nach 4 Stunden und 20 Minuten das Ziel durchlief. Die Bilder gingen über Nacht um die ganze Welt: "Es war ein wichtiger Moment für den Frauensport", erinnert sich Kathrine stolz. Trotzdem sollte es noch bis 1972 dauern, bis Frauen offiziell zum Bostoner Marathon zugelassen wurden. 

50 Jahre später ist Kathrine weiterhin aktive Läuferin, sowie Journalistin, Buchautorin und setzt sich nach wie vor für Frauenrechte ein. Als die 70-Jährige diesmal mit ihrer alten Startnummer beim Bostoner Marathon startet, versucht niemand sie aufzuhalten: "Ich durchlief die Ziellinie und sah den großen Fortschritt und die Veränderungen, die stattgefunden haben", freut sich die Bostonerin. "Ich kann nur sagen, ich bin extrem dankbar für diese Erfahrung". 

"Die Menschen sagen nun über alte Menschen im Sport was sie einst über Frauen sagten: 'Du sollst dich nicht zu sehr anstrengen, du bist zu schwach, du bist zu zerbrechlich, du könntest dich verletzten", fährt Kathrine Switzer fort. "Ich glaube, es gibt keine Grenzen für das Alter!" Was für eine beeindruckende, starke Frau. 

Quelle:

ABC News, Spiegel

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