Faszinierender Blick hinter die Kulissen von Lenins Mausoleum.

Warnung: Dieser Artikel enthält Video- und Bildmaterial, das auf manche Leser verstörend wirken könnte.

Den Namen Wladimir Iljitsch Uljanow kennt heutzutage fast keiner mehr, dabei handelt es sich um einen der bedeutendsten Politiker in der Geschichte Russlands: Lenin – Revolutionär, Vorsitzender der Kommunistischen Partei Russlands sowie Gründer der Sowjetunion. Auf der ganzen Welt gibt es unzählige Denkmäler zu seinen Ehren, doch das berühmteste befindet sich gleich neben der Nekropole auf dem Roten Platz in Moskau. Im benachbarten Mausoleum kann noch heute jeder den Leichnam Lenins besichtigen.

Kurz nach seinem Tod im Jahr 1924 wurde von der Regierung eigenmächtig entschieden, Lenins Körper für die Nachwelt zu erhalten. Obwohl sich seine Witwe gegen eine Einbalsamierung ausgesprochen hatte, wurde das Vorhaben in die Tat umgesetzt. Eine entscheidende Frage blieb jedoch bis vor Kurzem unbeantwortet: Wie kann sein Körper noch heute so unversehrt und fast lebendig aussehen?

Die Antwort findet man hinter verschlossenen Türen. Der Leichnam wird jede Woche zweimal von einer Gruppe aus Experten begutachtet. Dabei dokumentieren sie nicht nur den allgemeinen Zustand des Körpers, sondern reiben das Gesicht und die Hände zusätzlich mit einer speziellen Tinktur ein, die dem Zersetzungsprozess entgegenwirkt.

Facebook/Suleyman Mir-khasli

Alle 18 Monate ist jedoch eine noch umfassendere Behandlung notwendig. Dazu wird Lenin dem gläsernen Sarg entnommen und in einen anderen Raum des Mausoleums gebracht. Ein erfahrenes Team aus Ärzten, Chemikern und Biologen bereitet dann den Leichnam auf das folgende „Bad“ vor.

Facebook/Suleyman Mir-khasli

Zuerst wird der Körper vollständig entkleidet und auf Verfall untersucht. Alles wird genau dokumentiert. Danach wird er vorsichtig gewaschen, bevor ihm eine spezielle, für lebende Menschen giftige Flüssigkeit injiziert wird.

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Zum Abschluss werden Lenins Überreste in eine durchsichtige Badewanne gelegt, die mit der gleichen Tinktur gefüllt ist, mit der er jede Woche abgetupft wird. Schlussendlich wird der Leichnam wieder abgetrocknet und frisch eingekleidet. Das ganze Prozedere nimmt insgesamt zwei Wochen in Anspruch – in dieser Zeit bleibt das Mausoleum geschlossen.

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Das genaue Verfahren zur Einbalsamierung des Körpers ist das Ergebnis langwieriger Experimente. Bis heute ist nur wenigen Menschen die genaue Zusammensetzung der geheimen Tinktur bekannt. Selbst der Prozess an sich war bis vor Kurzem ein streng gehütetes Geheimnis. Erst die Veröffentlichung des folgenden Videos (auf Russisch) änderte das.

Laut offiziellen Angaben kann Lenins Leichnam auf diese Weise noch mindestens einhundert weitere Jahre erhalten werden. Allerdings gibt es in Russland immer wieder Rufe nach einem Begräbnis – sowohl von Seiten der Kirche als auch von der Öffentlichkeit –, insbesondere im Hinblick auf die hohen Kosten der Konservierung. Mit einer Entscheidung ist jedoch vorerst nicht zu rechnen.

Quelle:

ria

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