Frau fällt ins Koma und erwacht ohne Finger, Beine und Nase.

Noch vor wenigen Monaten arbeitete die 40-jährige Leonor Harris Moya leidenschaftlich als Kunstlehrerin in einer kleinen Schule in Puerto Williams, einem Dorf im Süden Chiles. Doch eines Tages sollte sich für die Frau alles ändern. Sie musste sich die ganze Nacht wiederholt übergeben, fror am ganzen Körper und fühlte sich am nächsten Morgen so geschwächt, dass sie per Flugzeug in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht wurde. Nur kurz darauf fiel sie in ein drei Monate andauerndes Koma.

Die Ärzte konnten sich lange Zeit keinen Reim darauf machen, was der Auslöser für diese schwerwiegenden Symptome war. Sie dachten zuerst an eine Hirnhautentzündung, entdeckten dann aber etwas Entscheidendes: Leonor fehlte die Milz.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf konnten die Mediziner endlich eine Diagnose stellen: Leonor hatte sich wahrscheinlich mit Pneumokokken infiziert. Ohne Milz war ihr Immunsystem jedoch so geschwächt, dass sich die Infektion ungehemmt ausbreiten konnte. Bei ihren Gliedmaßen kam es in der Folge zu einem Absterben von Gewebe.

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Leonors Zustand verschlechterte sich immer weiter. Um einer Blutvergiftung vorzubeugen und ihr Leben zu retten, fällten die Ärzte eine drastische Entscheidung: Sie amputierten Finger, Beine und Nase der Frau.

Nachdem sie aus dem Koma wieder erwacht war, hatte sie sofort ein mulmiges Gefühl: „Ich dachte mir schon, dass sie irgendetwas amputiert hatten. Ich fühlte es. Aber ich wusste nicht, dass es meine Beine waren. Ich hatte keine Ahnung. Ich fühlte gar nichts. Ich erfuhr es erst, als mich ein Arzt untersuchte und die Bettdecke wegnahm, um den Heilungsprozess der Narben zu begutachten. Von da an wusste ich, dass ich keine Beine mehr hatte. Das war mit Abstand das Schlimmste“, erinnert sich Leonor.

Nach dem Schock musste Leonor lernen, ihren neuen Körper zu akzeptieren. Doch eine Frage ließ der Frau keine Ruhe: Warum hatte sie keine Milz? Nachforschungen ergaben, dass ihr das Organ Jahre zuvor bei einer Operation entfernt worden war. Die damaligen Ärzte hatten es allerdings nicht für nötig gehalten, Leonor darüber aufzuklären.

Auch wenn sie ihren geliebten Beruf wahrscheinlich nie wieder ausüben kann, möchte Leonor ihre Leidenschaft für Kunst und Handwerk nicht aufgeben. Im Internet verkauft sie mittlerweile selbstgemachtes Spielzeug, womit sie unter anderem die weitere Behandlung finanziert. Zudem strebt sie eine Klage gegen das Krankenhaus an, in dem ihre Milz ohne ihr Wissen entfernt worden war.

Trotz alledem möchte Leonor die Hoffnung nicht aufgeben. Sie bleibt optimistisch und ist frohen Mutes, eines Tages wieder ein halbwegs normales Leben führen zu können. „Wenn du so etwas Schlimmes durchgemacht und überlebt hast, dann hast du auf dieser Welt noch eine Aufgabe zu erfüllen. Schritt für Schritt entdecke ich, was es für mich noch zu tun gibt und warum ich noch lebe.“

Wenn du mehr über die Geschichte dieser beeindruckenden Frau erfahren möchtest, kannst du dir das folgende Video (auf Spanisch) ansehen:

Eines ist sicher: Mit so viel Elan und Willenskraft steht Leonor noch die ganze Welt offen. Sie beweist damit, dass man niemals aufgeben sollte, egal, was einem auch zustößt. Anstatt der Vergangenheit nachzutrauern, sollten wir voller Hoffnung in die Zukunft blicken!

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