Chef reagiert überraschend auf psychische Probleme der Mitarbeiterin.

Madalyn Parker hat direkt nach dem Studium ihren Traumjob als Web-Entwicklerin an Land gezogen. Ihren Team-Kollegen hat die junge Frau aus Ann Arbor in Michigan (USA) offen davon erzählt, dass sie an Angstzuständen, Panikattacken und Depressionen leidet.  

Ihre depressiven Episoden beschreibt sie wie folgt: "Ich fühle mich nutzlos. Ich habe nur Energie und Motivation, um zu schlafen, locker mehr als 18 Stunden pro Tag. An manchen Tagen übertreffe ich alle Erwartungen, kriege sehr viel erledigt, helfe anderen etc. An anderen Tagen fühle ich mich, als wäre ich Platzverschwendung."

So meldet sie sich eines Tages mit dieser E-Mail krank: "Hallo Team, ich nehme mir heute und morgen frei, um mich um meine geistige Gesundheit zu kümmern. Ich hoffe, ich bin nächste Woche wieder erholt und mit 100 Prozent zurück."Daraufhin erhält Madalyn eine Antwort vom obersten Chef des IT-Unternehmens, Ben Congleton, die nicht nur sie überrascht: 

"Hey Madalyn, ich möchte mich persönlich bei dir bedanken, dass du solche E-Mails verschickst. Jedes Mal, wenn du das tust, erinnert es mich daran, wie wichtig es ist, Krankheitstage für die geistige Gesundheit zu nutzen - ich finde es unverständlich, dass dies nicht die übliche Praxis in allen Unternehmen ist. Du bist ein Vorbild für alle von uns und hilfst dabei das Stigma zu durchbrechen, damit wir alle unser ganzes Selbst zur Arbeit bringen können." 

Seit die US-Amerikanerin die E-Mail ihres Chefs auf Twitter veröffentlicht hat, wird Ben Congleton von Usern und Betroffenen dafür gelobt, wie offen, wie verständnisvoll und unterstützend er mit dem Thema psychische Erkrankungen umgeht.

Der Geschäftsführer findet hingegen, das sollte selbstverständlich sein: "Es gab so viele Geschichten von Menschen, die sich wünschen, in einer Firma zu arbeiten, wo ihr Chef Rücksicht auf ihre Gesundheit nimmt", so Madalyns Vorgesetzter. "Daran müssen wir arbeiten. Wir leben im Jahr 2017. Unsere Jobs verlangen von uns geistige Höchstleistungen. Wenn ein Athlet verletzt ist, setzt er sich auf die Bank und erholt sich. Wir sollten die Vorstellung loswerden, dass es mit dem Gehirn anders ist." 

In einer Zeit, in der allein etwa ein Drittel aller Erwachsenen in Deutschland an psychischen Erkrankungen leidet, ist es mehr als notwendig das Tabu zu brechen. Mit ihrem offenen Umgang mit diesem Thema zeigen Menschen wie Madalyn Parker der Gesellschaft, dass es in Ordnung ist, wenn bei einem nicht alles in Ordnung ist. 

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