Fluch? 7 Beteiligte an Ötzi-Ausgrabung starben innerhalb eines Jahres.

Als 1991 in den Ötztaler Alpen Südtirols eine über 5000 Jahre alte Mumie gefunden wird, geht ein Jubel durch die Forscherwelt. Doch auf dem sogenannten Ötzi, der durch Abtauen des Gletschers nach Tausenden Jahren an die Oberfläche kam, soll ein Fluch liegen! Denn im Jahre 2005, 14 Jahre nach dem Bergen der Mumie sind innerhalb eines Jahres sieben Männer gestorben, die an der Ausgrabung beteiligt waren.

Im Oktober 2005 verstirbt der 63-jährige amerikanische Archäologe Tom Loy an den Folgen einer Blutkrankheit, die kurz nach dem Ötzi-Fund bei ihm diagnostiziert wurde. Der Forscher hatte die Mumie untersucht und fremdes menschliches Blut an dem Körper gefunden - der Mensch aus der Kupfersteinzeit war also vermutlich nicht alleine in den Bergen gestorben. 

Doch Tom Loy ist nur das letzte Glied von Todesfällen: Den Beginn markiert der 67-jährige Helmut Simon, der die Mumie damals zufällig entdeckt hatte. Bei einem Wanderunfall in den Alpen im Oktober 2004 kommt der deutsche Tourist ums Leben - ganz in der Nähe vom Fundort der Gletscherleiche.

Nur eine Stunde nach dem Begräbnis Helmut Simons, stirbt Dieter Warnecke, der 45-jährige Leiter des Bergrettungsteams für den Touristen, an einem Herzinfarkt. Im April darauf wird der Tod des Archäologen Konrad Spindler bekannt gegeben, der an Multipler Sklerose gelitten hatte. Der Deutsche war der Erste gewesen, der die Gletschermumie untersucht und deren Alter einordnet hatte. Auch der österreichische Reporter Rainer Hölzl, der gesamte Ausgrabung auf Film gebannt hatte, erliegt 2004 mit 47 Jahren einem Hirntumor. 

Spindlers Mitarbeiter Rainer Henn stirbt bereits im Jahr 1992 mit 64 Jahren bei einem Autounfall - als er auf dem Weg zu einem Vortrag ist, den er über Ötzi halten wollte. Kurt Fritz, der 52-jährige erfahrene Bergsteiger, der den Archäologen Henn damals zum Fundort ins Ötztal geleitet hatte, kommt jedoch im Jahr 2005 bei einem Lawinenunglück ums Leben. Im Januar 2005 erwacht der österreichische Professor Friedrich Tiefenbrunner nach einem Routineeingriff nicht mehr zum Leben. Als Kollege von Konrad Spindler hatte er eine Methode gefunden, die Mumie vor weiterem Verfall zu schützen - wonach sie auch öffentlich ausgestellt werden konnte. 

Liegt auf der Mumie wirklich ein Fluch, der all diese Menschen dahingerafft hat, um sich für die gestörte Totenruhe zu rächen? Archäologe Tom Loy, der von den vorausgehenden Todesfällen der Beteiligten wusste, glaubte selbst nur an einen Zufall. "Ich glaube nicht an einen Fluch", soll er vor seinem Tod gesagt haben. "Das ist nur Aberglaube. Menschen sterben." 

Quelle:

DW

heute.at

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