Wunderschön: Behinderter Mann schafft Kunstwerke mit Schreibmaschine.

Als Paul Smith im Jahr 1921 in Philadelphia in Pennsylvania (USA) geboren wurde, standen seine Eltern vor Herausforderungen, mit denen die Gesellschaft ihrer Zeit noch rücksichtsloser umging, als sie es heute tut: Paul hatte zerebral bedingte Spastik und konnte die Muskeln seines Gesichts und seiner Hände nur schwer kontrollieren. Handgriffe, die für die meisten Menschen so alltäglich sind, dass sie nicht darüber nachdenken müssen, waren für ihn nicht ohne Hilfe möglich: Zähne putzen, einen Knopf schließen und vieles mehr.

Eine normale Kindheit war für ihn nicht möglich, da öffentliche Schulen keine Kinder mit körperlichen oder geistigen Behinderungen aufnahmen. Aber dann bekam Paul zum ersten mal eine Schreibmaschine zu fassen und sein Leben änderte sich von Grund auf! 

Ohne lesen und schreiben zu können, begann er, mit den Zeichen der Schreibmaschine zu spielen. Den Tasten der Maschine war es egal, wie stark seine Hände zitterten – sie brachten immer präzise genau das Zeichen hervor, das Paul haben wollte. So fand er eine ganz eigene Weise, sich entfalten und ausdrücken zu können. Er begann, mit der Maschine zu zeichnen und schuf fortan Kunstwerke, von denen man nie glauben würde, dass sie aus der Schreibmaschine stammen.

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Dabei benutzte er die linke Hand, um die rechte in Zaum zu halten und auf die Tasten zu steuern.

Bald begann Paul, auch farbiges Band für seine Bilder zu benutzen.

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Jedes Detail seiner Bilder bestand aus Symbolen, die er auf seiner Tastatur fand – geschickt und mit einer bewundernswerten Sicherheit für Proportionen aneinandergefügt.

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Indem er die noch feuchte Tinte des frisch getippten Ergebnisses mit den Fingern verwischte, konnte er die Bilder noch ausdrucksstärker gestalten.

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Paul „malte“ alles, was er sah – Häuser und Bäume, Menschen und Tiere. Jedes Bild musste ganz genau geplant werden, denn Fehler ließen sich nicht korrigieren.

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Dieses Eichhörnchen war übrigens ein guter Freund von ihm.

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Erst als er 16 Jahre alt war, hatte Paul es geschafft, sprechen zu lernen – in diesem Alter fertigte er schon seit Jahren kunstvolle Schreibmaschinen-Zeichnungen an.

Für seine faszinierenden Bilder benutzte Paul nur wenige Buchstaben und folgende Zeichen seiner Schreibmaschine:

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Mehr brauchte er nicht, um lebensechte Bilder zu erschaffen.

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Er lebte bei seinen Eltern, bis diese verstarben, und zog 1967 in eine der ersten professionellen Pflegeeinrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Er fuhr mit seinen Zeichnungen fort und schuf Porträts vieler berühmter Persönlichkeiten und zeitloser Kunstwerke.

Viele seiner Werke verschenkte er freigiebig an Menschen, die er mochte. Auch dieses Selbstportrait findet sich in seinem Werk.

Paul war mit seinen Bildern berühmt geworden und gilt heute noch als einer der Begründer der sogenannten ASCII-Kunst – einer Technik, bei der Zeichnungen allein durch zusammengefügte Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen entstehen.

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Paul Smith starb im Jahr 2007 im Rose Haven Nursing Center in Roseburg im US-Bundesstaat Oregon. Menschen, die ihn kannten, beschreiben ihn als bescheiden, warm, klug und voller Humor. Er hinterließ eine große Sammlung seiner Werke, die ihn jetzt schon unsterblich gemacht hat.

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Ein Video, das Pauls Lebensgeschichte erzählt, kann hier angesehen werden (auf Englisch):

Unglaublich, was dieser Mann in seinem Leben geschaffen hat. Alles, was er brauchte, war ein Instrument, um sich ausdrücken zu können – einfach wunderschön.

Quelle:

Youtube

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