Mädchen mit Gehirnschaden erholt sich, nachdem Schwester sie kitzelt.

Das britische Paar Amy und Stephen Smith erwartete sehnsüchtig die Geburt seines jüngsten Kindes. Allerdings verlief die Schwangerschaft nicht ohne Komplikationen: Die kleine Poppy erblickte bereits in der 29. Woche das Licht der Welt und musste die ersten Monate ihres Lebens in einem Inkubator verbringen. Erst nach zwölf bangen Wochen konnte sie das Krankenhaus in den Händen ihrer Eltern verlassen.

Doch schon bald bemerkten Amy und Stephen etwas, was ihnen Sorgen bereitete: Poppy konnte ihr Essen nur schwer im Mund behalten und schien anderen Kindern in der Entwicklung hinterherzuhinken. Bei der Kleinen wurde daraufhin das Möbius-Syndrom diagnostiziert, eine angeborene Krankheit, welche sich durch eine beidseitige Lähmung der mimischen Gesichtsmuskulatur äußert.

Das Paar kümmerte sich aber weiterhin rührend um seine kleine Tochter. Sie entwickelte sich wie jedes andere Baby auch, lernte schnell und hatte lediglich mit ein paar leichten Atemproblemen zu kämpfen. Kurz vor Poppys zweitem Geburtstag brach für die Eltern aber eine Welt zusammen.

Eines Morgens wachte Amy auf und ging zu ihrer Tochter. Doch Poppy reagierte nicht. „Wir konnten ihren Herzschlag spüren, aber sie blieb regungslos liegen. Wir wussten, dass mit ihr etwas ganz und gar nicht stimmte. Sie schnappte regelrecht nach Luft“, so Stephen. Die beiden brachten sie sofort in die Alder Hey Kinderklinik in Liverpool.

An Poppys zweitem Geburtstag kam der nächste Schlag in die Magengrube. Stephen erinnert sich noch ganz genau: „Ihre Augen drehten sich und man sah nur noch das Weiße. Eine Röntgenaufnahme ihres Brustkorbes zeigte, dass ihre Lungen mit einer Flüssigkeit gefüllt waren, und kurz darauf erlitt sie einen Atemstillstand. In der Nacht bekam sie noch Zuckungen und Krampfanfälle. Ihr Zustand verschlechterte sich rapide.“

Eine weitere Aufnahme zeigte zudem, dass Poppy auch unter einer Zerebralen Hypoxie litt, einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns. Die Ärzte waren sich nicht sicher, ob ihre kleine Patientin die nächsten Tage überleben würde. Amy und Stephen hatten beide panische Angst, ihre Tochter nach zwei Jahren doch noch zu verlieren. Die folgenden Tage waren ein einziger Höllenritt für die beiden.

Am Weihnachtsabend besuchte die ganze Familie Poppy im Krankenhaus – in dem Wissen, es könnte ihr letztes gemeinsames Weihnachtsfest sein. Die letzten Wochen hatte sie regungslos in ihrem Bettchen gelegen und auf niemanden reagiert. Aber die Familie wollte die Hoffnung trotzdem nicht aufgeben. Ganz unverhofft geschah dann das Wunder: Die 12-jährige Macey wollte mit ihrer kleinen Schwester spielen und kitzelte ihren Bauch. Und auf einmal fing Poppy an zu lachen!

„Es war erstaunlich. Uns wurde später gesagt, dass es in diesem Stadium für Patienten nicht ungewöhnlich ist, Emotionen zu zeigen. Die Ärzte meinten, es könnten einfach nur Reflexe gewesen sein. Aber es fühlte sich nach so viel mehr an.“

Seither hat Poppy bereits große Fortschritte gemacht. Sie kann mittlerweile wieder krabbeln und sogar besser sprechen als vorher. Um die verlorene Beweglichkeit wiederherzustellen, bekommt Poppy aber noch intensive Physiotherapie.

Außerdem hat die Familie eine Spendenkampagne gestartet, um für die Behandlungskosten der Kleinen aufzukommen und ihr eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Poppy hat in ihrem so kurzen Leben schon zweimal beweisen müssen, was für eine Kämpferin sie ist. Aber ohne die Liebe ihrer Schwester ginge es ihr vielleicht noch heute nicht besser.

Manchmal kann Liebe eben doch Wunder bewirken!

Quelle:

MailOnline, awm

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