Ärzte warnen: Das passiert, wenn man falsch "geschröpft" wird.

Li Lin aus Chengdu, China, hat ein schmerzhaftes Problem: Der 63-Jährige kann seine Schulter nicht bewegen, und das, obwohl er sonst sehr gelenkig ist. Der Grund dafür ist eine Schultersteife, auch „adhäsive Kapsulitis“ genannt. Als Behandlungsmethode wählt Lin eine traditionelle fernöstliche Heilkunst, die auch im Westen populär ist: Das Schröpfen. Für diese Therapie geht Lin nicht zu einem Physiotherapeuten, sondern in einen gewöhnlichen Massagesalon - ein Fehler wie sich herausstellen wird.

Beim Schröpfen werden gläserne Glocken erhitzt und auf die zu behandelnde Haut gesetzt. Das Erhitzen erzeugt einen Unterdruck, durch den sich die Schröpfgläser an der Haut festsaugen (wie auf dem unteren Bild zu sehen). Ähnlich wie bei anderen alternativen Therapieformen wie der Akupressur oder Akupunktur sollen dabei bestimmte Knotenpunkte stimuliert und der „Energiefluss“ (Chinesisch „Qi“) im Körper verbessert werden.

acupuncture

Doch Lins Therapeut scheint sein Handwerk nicht zu beherrschen, denn nach mehreren Sitzungen bilden sich auf dem Rücken des Patienten Brandblasen. In seiner Verzweiflung lässt Lin die Blasen von seiner Frau aufstechen, wodurch sie sich entzünden. Statt einer gelösten Schulter hat Lin nun mehrere schwärende, kreisrunde Wunden auf dem Rücken. In diesem lebensbedrohlichen Zustand bricht Lin die Behandlung ab und begibt sich in ein Krankenhaus.

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Die Ärzte im Krankenhaus schütteln mit dem Kopf, als sie Lins Rücken begutachten. Offenbar hat der „Schröpfer“ die Gläser viel zu lange und immer an denselben Stellen aufgesetzt, was zu schweren Verbrennungen führte. Mithilfe der westlichen Medizin im Krankenhaus werden Lins akute Entzündungen behandelt, und bald befindet er sich auf dem Weg zur Besserung – abgesehen von seiner immer noch steifen Schulter. In Zukunft wird Lin sich ganz genau überlegen, wem er seine Gesundheit anvertraut.

Alternative Behandlungsformen sind auf dem Vormarsch: Akupunktur und Akupressur werden bei uns schon in Teilen von der Krankenkasse bezahlt. Wenn es denn hilft, ist dagegen nichts zu sagen, doch man sollte sich vorher ausreichend bei einem Arzt über mögliche Risiken informieren. Die Bilder von Lins Rücken sollten jedem Warnung genug sein, sich in allen Gesundheitsfragen nur an einen Fachmann zu wenden.

Quelle:

AWM

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