Mutige Gefängniswärterin kümmert sich um Kinder von Hingerichteten.

In keinem anderen Land der Welt werden so viele Menschen hingerichtet wie in der Volksrepublik China. Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen zufolge liegt die Anzahl der Getöteten pro Jahr zwischen 4.000 und 8.000. Zurück bleiben ihre Kinder, die für die Taten ihrer Eltern von der Gesellschaft verstoßen werden und fortan auf sich allein gestellt sind. Doch eine mutige Frau nimmt sich dieser Kinder an. 

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In China gibt es ganze 46 Straftatbestände, für die die Todesstrafe verhängt wird. Darunter neben Mord und Vergewaltigung auch Schmuggel und Drogenhandel. Die heute 70-jährige Shuqin Zhang arbeitet bis in die 1990er Jahre selbst für das Regime. Sie ist bis ins Jahr 1995 Aufseherin im Todestrakt eines chinesischen Gefängnisses. Das, was sie dort erlebt, verändert ihre Sicht der Dinge.

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Sie kündigt ihre Stelle als Gefängniswärterin, um sich fortan um die hinterbliebenen Kinder der hingerichteten Menschen zu kümmern. Für die chinesische Bevölkerung sind sie durch die Straftaten ihrer Eltern gebrandmarkt, denn im traditionellen chinesischen Glauben ist eine genetische Weitergabe krimineller Eigenschaften fest verankert. Wenn Eltern also kriminell sind, werden ihre Kinder es ihnen irgendwann gleichtun – so der Aberglaube. Shuqin nehmen diese Schicksale so sehr mit, dass sie sich dazu entschließt, alles Erdenkliche dafür zu tun, diesen Waisenkindern ein Zuhause zu schenken.

Shuqin ist es zu verdanken, dass mittlerweile über 6.000 geächtete Kinder ein neues Zuhause in einem ihrer 9 Kinderheime fanden. Gemeinsam mit Erziehern und freiwilligen Helfern kümmert sie sich um die meist schwer traumatisierten Waisen. Finanziert werden die sogenannten „Sun Villages“ (Sonnendörfer) allein von Spenden und den Erträgen der selbstbewirtschafteten Obst- und Gemüsegärten der Heime. Außerdem verschafft sie den Kindern eine staatliche Identifikationsnummer, damit sie zur Schule gehen dürfen.

Heute ist die 70-Jährige als „Mutter der Mörderkinder“ überall im Land bekannt. 2005 wurde Shuqin für ihr Engagement im Schatten der chinesischen Regierung sogar für den Friedensnobelpreis nominiert.

Hier kannst du dir eine kurze Reportage über das Engagement von Shuqin ansehen (auf Englisch):

Ohne die Hilfe von Shuqin wären all diese Kinder heute nicht mehr hier. Wie die Mehrheit des chinesischen Volkes über sie denkt, weil sie sich um die Kinder von Mördern und Vergewaltigern kümmert, ist ihr egal. Für sie ist jedes Kind unschuldig.

Anmerkung: Hier findest du einen Bericht von Amnesty International zu China und anderen Ländern, die die Todesstrafe praktizieren.

Quelle:

Welt

Zeit Online

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