Opfer einer Säureattacke findet wieder Liebe und Hoffnung.

Achtung: Dieser Artikel enthält Bilder, die auf einige Leser verstörend wirken können.

Mit 17 Jahren scheint die Inderin Sonali Mukherjee auf eine glänzende Zukunft zuzusteuern. Die Studentin leitet die organisierte Studentenschaft an ihrer Universität und arbeitet auf einen Doktortitel in Soziologie hin. Doch in einem einzigen Augenblick ihres Lebens wird alles, was sie sich erarbeitet hat und was sie ist, in Frage gestellt.

Youtube/CNN

In jener schicksalhaften Nacht ist Sonali allein zu Hause. Drei Männer brechen bei ihr ein. Es sind keine gänzlich Unbekannten. Zuvor hatten sie Sonali über einen langen Zeitraum immer wieder belästigt und versucht, ihr nahezukommen. Doch Sonali hat diese Avancen immer abgewehrt. Doch jetzt tun diese Männer etwas unfassbar Grausames: Während Sonali sich mit ihrer ganzen Kraft gegen die drei Angreifer wehrt, spürt sie ein furchtbares Brennen im Gesicht. Es fühlt sich an, als würde es komplett in Flammen stehen. Der Schmerz ist so überwältigend, dass sie nichts anderes mehr wahrnimmt, bis sie schließlich in Ohnmacht fällt.

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Als sie das nächste Mal aufwacht, ist Sonali im Krankenhaus. Sie kann sich nicht bewegen, kann weder sprechen noch essen. Da erzählen die Pflegerinnen ihr, was passiert ist: Sie ist das Opfer einer Säureattacke geworden. Ihre Verletzungen sind furchtbar: Ihr ganzes Gesicht ist verätzt, ihre Augen sind komplett verbrannt, ihre Augenlider sind nicht mehr zu retten. Der Fokus der Ärzte liegt jetzt darauf, „ihr ein halbwegs normales Aussehen zu geben. Sie sollte so menschlich wie möglich aussehen.“

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Monatelang erleidet Sonali furchtbare Schmerzen. Sie hat das Gefühl, in einem furchtbaren Albtraum gefangen zu sein.

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Während der nächsten zehn Jahre muss sich Sonali 27 Operationen unterziehen und hoffen, ihr Gesicht zurückzubekommen. Um die Operationen zu finanzieren, verkauft ihr Vater sein gesamtes Hab und Gut. Gleichzeitig kommen die Angreifer vor Gericht. Sie werden zwar verurteilt, aber kommen nach nur zwei Jahren schon wieder auf freien Fuß.

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Kurz nach der Attacke ist Sonali völlig am Ende. Sie überlegt, sich das Leben zu nehmen. Doch sie beschließt, dass diese Männer nicht ihr Leben beherrschen sollen. Sie nimmt ihre ganze Kraft zusammen und engagiert sich als Botschafterin für alle Opfer solcher Attacken. Sie tritt im Fernsehen auf, um ihren Landsleuten zu zeigen, was die Opfer von Säureattacken wirklich durchmachen. Sie weigert sich, sich zu verstecken.

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Und ihre Geschichte berührt Menschen im ganzen Land. Tausende senden Sonali liebevolle Botschaften und Spenden. Einer dieser Menschen macht einen ganz besonderen Eindruck auf sie: Der 29-jährige Elektroingenieur Chittaranjan Tiwari. Er schreibt ihr einen liebevollen Brief und fragt auf süße Weise, ob er Sonali treffen darf. Er darf. Aus einem ersten Treffen wird ein zweites und ein drittes. Am Ende kommen die beiden sich so nahe, dass sie sich ineinander verlieben und sie schließlich heiraten.

Mittlerweile hat das Paar nicht nur geheiratet, sondern auch ein gemeinsames Kind bekommen, das sie auf den Namen Pari getauft haben. Übersetzt bedeutet dies: „Gesicht eines Engels“.

Sonali hat sich durch die hinterhältige Attacke nicht unterkriegen lassen, sondern ihren starken Willen behalten. Auch dank ihrer Initiative sind die Gesetze in Indien in den letzten Jahren verschärft worden, so dass die Täter heutzutage deutlich härter bestraft werden. Ihre ganze Geschichte wird in folgendem Video auf Englisch erzählt:

Hoffentlich gehören solche Attacken bald komplett der Vergangenheit an. Niemand sollte so grausam und grundlos leiden wie Sonali. Sonalis Leben wird nie wieder dasselbe sein, aber sie hofft, dass ihr Fürsprechen und ihre Aktivitäten verhindern, dass es anderen Frauen ähnlich ergeht.

Quelle:

Teepr

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