Junges Opfer häuslicher Gewalt postet Fotos um Anderen Mut zu machen.

Stephanie Littlewood aus Leeds (Großbritannien) hat in ihren eigenen vier Wänden und am eigenen Leib den Albtraum erleben müssen, den sie mit viel zu vielen anderen Frauen (und auch Männern) teilt: Häusliche Gewalt. Im April diesen Jahres schlägt ihr damaliger Lebenspartner die junge Mutter krankenhausreif.

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„Er war schon den ganzen Abend schlecht gelaunt“, erinnert sich die Britin. „Als er Sex wollte und ich mich weigerte, wurde er richtig wütend und aggressiv.“ Er wirft die Frau zu Boden und beginnt sie zu würgen. Dann schlägt er zu: 40-50 Mal, immer wieder mit der Faust ins Gesicht, auch als Stephanie schon bewusstlos ist. 

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Im Krankenhaus stellt man drei ausgeschlagene Zähne und einen gebrochenen Kiefer fest. Doch all das, was in ihr zerbrochen ist, lässt sich so schnell nicht heilen. Aber Stephanie will sich nicht mehr verstecken. Diese Woche ist das Urteil gegen ihren gewalttätigen Ex gefallen: 16 Monate Haft. Anlässlich dessen entschließt sie sich dazu, die Fotos von ihrem entstellten Gesicht auf Facebook zu stellen, um anderen Opfern zu zeigen, dass sie sich nicht verstecken müssen. 

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„Zuerst habe ich mich gar nicht vor die Tür getraut“, sagt Stephanie. „Ich hatte so viel Angst und gar kein Selbstbewusstsein mehr. Aber alle sagten mir, ich sollte mich nicht verstecken und es sei nicht meine Schuld - irgendwann verstand ich, dass sie recht hatten. ER sollte sich schämen, nicht ich. Das Wichtigste, was ich gelernt habe und auch all denen ans Herz lege, die dasselbe durchmachen: Es für sich zu behalten hilft nicht, es ist besser darüber zu sprechen. Es hat mir so viel geholfen, über das zu reden, was er mir angetan hat. Die Unterstützung, die ich erhalten habe, ist überwältigend.“

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Stephanies Schicksal teilen allein in Deutschland etwa 25 Prozent aller Frauen: Laut einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist jede vierte deutsche Frau das Opfer häuslicher Gewalt innerhalb einer Ehe oder Beziehung. Die Dunkelziffer liegt wohl weitaus höher. Denn viele Opfer scheuen sich aus Angst vor weiteren Übergriffen oder aus Scham über das Erlebte zu sprechen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Vielleicht hilft Stephanies mutiger Schritt in die Öffentlichkeit auch anderen, ihr Schweigen zu brechen.