Faszinierend: Diese versunkenen Städte rauben Archäologen den Atem.

Um versunkene Städte und Zivilisationen ranken sich schon seit jeher Mythen und Geschichten, die die Fantasie anregen. Am Grund manch eines Gewässers verbergen sich fantastische Schätze, die man an Land nicht erahnen kann. Doch wagt man sich einmal in die Tiefen, kommt Erstaunliches zutage. Auch die fünf folgenden untergegangenen Ruinen bieten faszinierende Einblicke in andere Welten und Zeiten.

1. Herakleion, Ägypten

Die alten Ägypter beeindrucken bis heute durch ihre architektonischen und kulturellen Meisterleistungen. Jedes Kind kennt die Pyramiden und Tempel. Doch im Mittelmeer begraben liegt noch ein weiteres Wunder: Die in Vergessenheit geratene Stadt Herakleion. Zwischen 550 und 331 v. Chr. war die Stadt Ägyptens wichtigster Seehafen und durchgehend besiedelt, bis sie schließlich im 8. Jahrhundert n. Chr. vollständig unterging.

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Bis heute ist unklar, was genau zu ihrem Untergang geführt hat. Noch immer entlocken Archäologen der Stadt ihre Geheimnisse.

Neben Statuen, Tempeln und Artefakten finden sie hier auch Spuren des ganz normalen Alltagslebens. Die Stadt befindet sich ungefähr 6,5 km von der heutigen Küste entfernt und ist deshalb so wertvoll, weil gerade die Lage unter Wasser dafür gesorgt hat, dass viele Relikte bis heute gut erhalten sind.

Heracleion: The submerged city!

Eine Statue ist beeindruckender als die vorherige. Was dieser Löwe wohl bewacht hat?

2. Ruinen im Titicacasee, Peru

Der Titicacasee in Peru ist einer der größten Seen der Erde. Er ist der höchstgelegene befahrbare See der Erde und sieht nicht nur beeindruckend aus, sondern birgt unter seiner Oberfläche die Spuren einer uralten Zivilisation.

Wikimedia/Pedro Szekely

Forscher haben in dem See die Reste einer Stadt gefunden, die sogar noch aus der Zeit vor den Inkas stammt. Sie gehen davon aus, dass sie älter als 15.000 Jahre ist. Zu der gefundenen Anlage gehören Tempel, Straßen und Terrassen, auf denen Landwirtschaft betrieben wurde. Die Tauchgänge der Forscher fördern immer neue Entdeckungen zutage.

Wikimedia/Jayme Pastoric

Die Einheimischen wissen schon lange von der untergegangen Stadt, die mehr als 20 Meter in der Tiefe liegt. Doch für die Wissenschaftler ist der Fund ein echter Glücksfall.

Wikimedia/Gold necklace/Daderot/PD

Etwas unheimlich ist die versunkene Stadt auf jeden Fall, denn man findet in ihr nicht nur Gold und Schätze, sondern auch die Überreste der ehemaligen Bewohner.

3. Atlit-Yam, Israel

Atlit-Yam ist eine Siedlung vor der Küste Israels, die noch aus der Steinzeit stammt. Lange schlummerte sie vergessen auf dem Grund des Mittelmeeres, bis sie nach einem starken Sturm im Jahre 1984 schließlich in 12 Metern Tiefe entdeckt wurde. Forscher fanden rituelle Steine, die wohl für religiöse Praktiken verwendet wurden.

Wikimedia/Atlit-Yam/Hanay/CC BY-SA 3.0

Hier siehst du eine Skizze, wie der Ort wohl aussah.

Wikimedia/Atlit-Yam, Ritual structure made of stones/Hanay/CC BY-SA 3.0

Taucher haben zurückgelassene Essensvorräte aufgespürt, was darauf hindeutet, dass die Bewohner die Siedlung fluchtartig verlassen mussten. Die Fundstätte ist eine wahre Goldgrube für Ethnologen: Sie erforschten z.B. das Skelett einer Frau, die an Tuberkulose gestorben war.

Da das Dorf über 6.000 Jahre alt ist, handelt es sich um den ältesten nachgewiesenen Fall dieser Krankheit. Zudem scheinen die Bewohner in extreme Tiefen getaucht zu sein, um Fische zu fangen, da einige Skelette Verletzungen an den Ohrknochen aufwiesen, die durch zu hohen Wasserdruck verursacht worden waren.

Die Bewohner hatten hier ein gutes Leben, bis eine Flutwelle die Siedlung in ein nasses Grab verwandelte.

4. Phanagoria, Russland/Griechenland

Phanagoria war in der Antike eine der größten Kolonien außerhalb Griechenlands. Doch heute liegt ein Drittel der Stadt auf der Taman-Halbinsel unter den Fluten des Schwarzen Meeres auf russischem Staatsgebiet.

Große Teile sind mit Sand bedeckt, zum Beispiel der alte Hafen und der Friedhof.

Youtube/Nightmare

Taucher haben hier wertvolle Gegenstände und Artefakte gefunden, die Aufschluss über die reiche Geschichte der Stadt geben.

Die Fundstücke belegen z.B. einen Aufstand im Jahre 63 v. Chr., der die Stadt beinahe völlig zerstört hat. 1.500 Jahre lang haben hier Menschen gelebt, bis sie die Stadt aufgegeben haben. Warum, bleibt ein Rätsel, aber die Forscher sind sicher, es bald lüften zu können.

5. Mulifanua, Samoa

Mulifanua befindet sich im Nordwesten der samoanischen Insel Upolu. Vor der traumhaften Kulisse haben Forscher hier im Jahre 1973 einen spannenden Fund gemacht. In der Tiefe haben sie über 4.000 Tonscherben sowie Überreste einer alten polynesischen Siedlung gefunden.

Einige der Stücke hat man nur hier finden können. Umso begeisterter sind die Forscher über diese einzigartige Entdeckung.

Wikimedia/PortVilaLapita/Torbenbrinker/CC BY-SA 3.0

Es ist äußerst faszinierend, über welch langen Zeitraum derartige Kulturstätten im Verborgenen schlummerten. Für Wissenschaftler wie Ethnologen ist solch ein Fund immer ein immenser Glücksfall, der die Zusammenhänge menschlicher Kulturen besser verstehen lässt. Man darf gespannt sein, ob in Zukunft weitere Entdeckungen dieser Art die Herzen der Forscher und interessierter Laien höherschlagen lassen.

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