Schimpfende Papageien bringen Zoobesucher zum Lachen

Papageien sind, wie man weiß, überaus kluge Vögel. Sie lieben es zu spielen und Schabernack zu treiben, denn gerade weil sie so schlau sind, langweilen sie sich schnell. Manche Papageienarten sind darüber hinaus sehr gut darin, die Laute anderer Tiere nachzuahmen und auch menschliche Worte nachzusprechen.


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Jeder hat schon einmal einen Papagei gekannt, der ein paar Worte sagen oder zum Beispiel die Türklingel nachmachen konnte. Menschen, die mit Papageien zusammenwohnen, haben oft großen Spaß daran, ihnen etwas beizubringen.

Allerdings ist es den cleveren Vögeln völlig schnuppe, ob die Menschen ihnen da absichtlich oder zufällig ein Wort zum Nachsprechen vorgesagt haben. Sie sagen mit Vorliebe solche Dinge, die eine lustige Reaktion bei ihrem Gegenüber hervorrufen.

Genau das mussten auch die Tierpfleger des Lincolnshire Wildlife Park an der Ostküste Englands feststellen. Sie mussten jetzt eine kleine Bande von fünf Graupapageien umsiedeln, weil diese einfach nicht aufhören wollten, die Zoobesucher zu beschimpfen.

Die unflätigen Federtiere waren erst seit sechs Wochen Einwohner des Zoos. Sie hatten ihre erste Zeit miteinander in Quarantäne verbracht, um auszuschließen, dass sie andere Vögel durch eventuell mitgebrachte Krankheiten anstecken konnten. So hatten die fünf sich untereinander rasch angefreundet. Als einer von ihnen damit anfing, den Vorübergehenden wüste Schimpfwörter zuzurufen, machten die anderen es schnell nach.

Wie Steve Nichols, der Geschäftsführer des Zoos erzählte, schrieen sie ihm jedes Mal, wenn er an ihrem Käfig vorbeilief, „fetter Wi**er“ hinterher. Wie er sagt, seien Papageien mit schmutzigem Mundwerk in seinem Job nichts Ungewöhnliches.

„Hin und wieder bekommen wir einen, der flucht, und das ist immer lustig. Wir sind daran gewöhnt. Aber diese fünf haben sich gegenseitig angestachelt, das war ein ganzer Käfig voller schimpfender Vögel. Je mehr sie fluchen, umso mehr lachen die Leute, also fluchen sie gleich nochmal.“

Wenn sie alle durcheinanderschimpften und lachten, hörte es sich an, als würde man an einer Baustelle mit besonders unflätigen Bauarbeitern vorbeigehen. Auch wenn Steve und seine Mitarbeiter die Papageien-Gang witzig finden, hat er beschlossen, sie vorerst nicht mehr dem Laufpublikum zu zeigen.

„Es ging so nicht weiter. Hier kommen schließlich auch Kinder hin“, erklärte er den Papageien-Umzug. Der Plan ist, die Missetäter voneinander zu trennen wie Schulkinder, die man auseinandersetzen muss. Wenn sie an drei oder vier Punkten im Park verteilt sitzen, können sie keine solche Schimpftiraden starten, wie sie es in der Gruppe so gerne tun.

Steve hofft außerdem, dass die Vögel mit dem miesen Mundwerk von anderen Papageien vielleicht auch ein paar nette Worte lernen werden – wenn sie diese nicht mit ihrem missratenen Wortschatz anstecken.

Vorschaubild: ©Facebook/Lincolnshire Wildlife Park

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