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Emotionales

James Herbert Brick wird nach TikTok-Notrufsignal verhaftet

Sicherlich würde jeder von uns im Notfall einem Opfer von Gewalt sofort zu Hilfe eilen – erst recht dann, wenn die Person in Not ein Kind oder ein Teenager ist.


Hier sind emotionale Geschichten, die dich wirklich inspirieren. (Zum Artikel nach unten scrollen.)


Doch Gewaltopfer haben oft nicht die Möglichkeit, ganz direkt zu zeigen, dass sie Hilfe brauchen. Wenn jemand in einer gewaltsamen Beziehung steckt, sind der emotionale Druck und auch die konkrete körperliche Gefahr, die vom Täter ausgeht, oft so groß, dass Betroffene sich nicht dazu durchringen können, um Hilfe zu bitten oder ihre Situation auch nur zu benennen.

Zu Beginn des letzten Jahres tauchten daher auf mehreren Internet-Plattformen Videos und Bilder auf, die anschaulich demonstrieren, wie man das internationale Handzeichen macht, das nur eines bedeutet, nämlich: „Ich bin in Gefahr, ich kann nicht offen sprechen, ich brauche Hilfe.“

Es handelt sich um ein ganz einfaches Handzeichen: Erst wird die offene Handfläche gezeigt, dann wird der Daumen darübergelegt und zum Schluss werden die übrigen Finger über dem Daumen geschlossen.

Diese Notgeste lässt sich schnell und unauffällig machen, besonders dann, wenn man vor einem Bildschirm sitzt und per Videoanruf mit jemandem spricht, der Gewalttäter aber im Hintergrund zuhört. Die Canadian Women’s Foundation hat einen solchen Fall in einem gestellten Video demonstriert (auf Englisch):

Das Notrufsignal wurde schnell auf der bei Jugendlichen beliebten Plattform TikTok bekannt, wo es unter den Nutzern geteilt und weitergegeben wird – nur für alle Fälle.

Jetzt hat das simple Handsignal auch einem Entführungsopfer geholfen, den Fängen seines Entführers zu entkommen. In Laurel County im US-amerikanischen Bundesstaat Kentucky fuhr ein Autofahrer hinter einem silberfarbenen Toyota her, als ihm auffiel, dass sich ein Mädchen in dem Auto vor ihm seltsam verhielt.

Das Mädchen schien verängstigt zu sein. Dann sah der Fahrer, wie es an der Fensterscheibe mehrfach das oben beschriebene Notrufzeichen machte. Der Autofahrer griff zum Telefon und wählte den Notruf. 

Während der Fahrer mit der Polizei telefonierte, folgte er dem Toyota und teilte den Beamten mit, wo genau der Wagen hinfuhr. So konnte die Polizei an einer Autobahnausfahrt rechtzeitig eine Straßensperre errichten und den beschriebenen Wagen anhalten.

Der Fahrer, den sie aus dem Auto holten, war ein 61-jähriger Mann namens James Herbert Brick. Die junge Frau war eine von ihren Eltern vier Tage zuvor als vermisst gemeldete 16-Jährige aus der Stadt Asheville im Bundesstaat North Carolina. Sie erzählte der Polizei, dass sie dort als Anhalterin mit James Brick mitgefahren war.

Er hatte sie über 800 Kilometer bis nach Ohio mitgenommen, wo er Verwandte hatte. Doch als diese Verwandten erfahren hatten, dass die junge Frau, die Bricks bei sich hatte, eine vermisste Minderjährige war, hatte er sie wieder mitgenommen und war mit dem Auto südwärts gereist.

Spätestens dann hatte die 16-Jährige begriffen, dass der Mann sie nicht einfach gehen lassen würde. Sie begann, anderen Fahrern auf der Autobahn das Handzeichen zu geben, aber der Fahrer in Laurel County war der Erste, der darauf reagierte und die Polizei rief.

Auf dem beschlagnahmten Handy von James Brick wurden pornografische Fotos einer Minderjährigen gefunden. Er wurde der Entführung, der Freiheitsberaubung und des Besitzes von Kinderpornografie angeklagt und sitzt zurzeit in Untersuchungshaft. Die weiteren Ermittlungen gegen ihn dauern noch an.

Schlimm genug, dass dieser Mann einen leichtgläubigen Teenager tagelang in seine Gewalt bringen konnte. Nur gut, dass das Mädchen dank TikTok wusste, wie man in einer solchen Notsituation unauffällig auf sich aufmerksam machen kann – und gut, dass der Fahrer des anderen Wagens den Hilferuf bemerkt und schnell die Polizei alarmiert hat.

Hilferufe und Notsignale solcher Art sollten immer sehr ernst genommen werden. Besser, man ruft einmal zu oft die Polizei als einmal zu selten.

Quelle: ladbible

Vorschaubilder: ©Facebook/Laurel County Sheriff’s Office ©YouTube/Canadian Women’s Foundation