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Emotionales

Kellner erhält statt Trinkgeld homophobe Nachricht

„Der Kunde ist König.“ Wohl jeder kennt dieses Motto. Die grundlegende Einstellung, dem Kunden einen möglichst angenehmen Aufenthalt in einem Restaurant oder einem Geschäft zu bereiten, ist wunderbar. Aber alles hat seine Grenzen und wer sich danebenbenimmt, der ist eben auch nicht mehr willkommen.


Hier sind emotionale Geschichten, die dich wirklich inspirieren. (Zum Artikel nach unten scrollen.)


Wer schon einmal gekellnert hat, der hat mit Sicherheit eine ganze Reihe von Geschichten über unhöfliche, dreiste und übergriffige Gäste parat. Wenn unangenehme Menschen sich in einer Machtposition wähnen, dann zeigen sie schnell ihre unschönsten Seiten. Meistens hat die Bedienung eines Restaurants keine andere Wahl, als höflich zu lächeln und ihren Ärger herunterzuschlucken. Schließlich will man seinen Job nicht verlieren.

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In den USA kommt hier noch der Umstand hinzu, dass Bedienungen sehr auf das Trinkgeld angewiesen sind, das die Gäste ihnen geben. Der Stundenlohn ist deutlich niedriger als in Deutschland und ein Trinkgeld zwischen 15 und 20 Prozent des Rechnungsbetrages ist normal und wird bei der Planung eines Restaurantbesuchs mit einkalkuliert. Die Kunden schreiben hierbei den Betrag, den sie als Trinkgeld geben wollen, auf ihren Rechnungscoupon.

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Als eine Person, die ihren Namen nicht öffentlich im Internet sehen möchte, vor Kurzem einen Restauranttisch in Madison im US-amerikanischen Wisconsin bediente, erhielt sie einen Coupon, auf dem anstelle eines Trinkgelds eine Notiz gekritzelt war: „Der Service war gut, aber wir geben kein Trinkgeld an sündhafte Homosexuelle.“

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Die Gäste hatten für fast 143 Dollar (etwa 120 Euro) Speisen und Getränke verzehrt, waren also sichtlich nicht knapp bei Kasse. Sie hätten nach eigener Einschätzung ein Trinkgeld geben oder verweigern können. Aber offenbar war es ihnen ein wichtiges Anliegen, extra darauf hinzuweisen, dass nicht die Arbeitsleistung des Kellners ihnen missfiel, sondern einzig seine sexuelle Orientierung. Ein Kommentar, den sie sich ganz einfach hätten sparen können.

Auch wird die Bedienung den Gästen wohl kaum ungefragt von ihrem Privatleben erzählt haben. Ihr Erscheinungsbild und Benehmen waren den Kunden offenbar nicht heterosexuell genug gewesen, um ihre Arbeit angemessen zu entlohnen.

Die Bedienung war aufgebracht und traurig. Sie zeigte den Coupon einem Freund, der nicht glauben konnte, wie anmaßend manche Leute sich aufführen. Gerade in Zeiten der COVID-19-Pandemie ist jeder, der in der Gastronomiebranche arbeitet, auf jeden Cent angewiesen. Dies ist allgemein bekannt, die meisten Menschen sind froh, wenn sie wieder ein Restaurant besuchen können, und zeigen sich solidarisch mit den Angestellten.

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Der Freund des Kellners ist Eric Salzwedel, ein Mitbegründer der Facebook-Plattform „Do Good Tour“. Hier werden seit April 2020 regelmäßig Fälle veröffentlicht, in denen jemand aus der Gastronomiebranche durch die Pandemie in Not geraten ist und dringend finanzielle Hilfe braucht. Leute von überallher können Geld spenden, um den Bedürftigen in dieser schwierigen Zeit unter die Arme zu greifen.

Eric wollte sich nicht damit abfinden, dass sein Freund gedemütigt und ohne Trinkgeld bleiben sollte. Er stellte ein Foto des Restaurantcoupons auf die Seite und überließ es seinen Lesern, ob sie einen „sündhaften Homosexuellen“ unterstützen wollten oder nicht.

Die Reaktion der Menschen war eindeutig. 250 Leute spendeten Geld und brachten in kurzer Zeit 4.500 Dollar (etwa 3.800 Euro) zusammen. Der Kellner war zutiefst gerührt und dankbar, spendete aber selbst einen Teil des Geldes an die Organisation „The Trevor Project“, die sich um junge LGBTQ-Menschen kümmert, die in Not geraten oder von Gewalt betroffen sind.

Eric hat allerdings auch zu berichten, dass von all seinen Spendenaufrufen dieser der erste sei, der auch negative Kommentare bekommen habe. Man habe ihn einen „Schwindler“ genannt, der sich die ganze Geschichte ausgedacht habe, um Geld zu erbetteln. Die Bedienung hatte wohl recht damit, anonym bleiben zu wollen, denn das Letzte, was sie jetzt brauchen kann, sind noch mehr homophobe Kommentare am Arbeitsplatz. 

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Viel besser ist es doch, Respekt und ein freundliches Miteinander zu unterstützen – und das geht schließlich auch anonym.

Quelle: boredpanda

Vorschaubild: ©Facebook/Do Good Tour

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