Lotto-Millionär Mickey Carroll verprasst sein Vermögen

Was würde man tun, wenn man eine sehr große Summe Geld im Lotto gewinnt? Bestimmt hat fast jeder einmal darüber nachgedacht, was er mit seinem Leben anfangen würde, wenn Geld plötzlich keine Rolle mehr spielen sollte.


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Würde man sich in einem schönen Haus aufs Land zurückziehen, Blumen züchten und Kinder großziehen? Würde man die Welt bereisen und jeden Ort besuchen, den man immer schon einmal sehen wollte? Oder würde man einfach feiern, was das Zeug hält, und sich komplett dem Hedonismus hingeben?

Als Mickey Carroll, ein heute 38-jähriger Mann aus Moray in Schottland, sich im November 2002 aus einer Laune heraus ein Lotterielos für 1 Pfund (1,14 Euro) kaufte, war er gerade einmal 19 Jahre alt.

Damals arbeitete Mickey halbtags bei der Müllabfuhr und hatte nicht einmal ein eigenes Bankkonto. Seine Freundin Sandra Aitken war im siebten Monat schwanger. Umso heftiger traf die plötzliche Veränderung sein Leben, als er gewann – und zwar exakt 9.736.131 Pfund (fast 11.122.000 Euro). 

Sandra und der Lottogewinner heirateten rasch, aber Mickey legte sich rasend schnell einige Gewohnheiten zu, die wohl keine Ehe aushalten würde. Sein Leben bestand bald nur noch aus Partys, Alkohol, Drogen und Bordellbesuchen. Schon 2003 reichte Sandra die Scheidung ein.

Die nächsten 10 Jahre vergingen im wahrsten Sinne des Wortes wie im Rausch. Bald trank der Lottogewinner zwei Flaschen Wodka am Tag, konsumierte große Mengen Kokain und verprasste sein Vermögen mit Partys, teuren Autos und Prostituierten. Schließlich warnte ihn sein Finanzberater, dass er bei seiner letzten Million angelangt sei. Zwischendurch landete Mickey Carroll wegen Schlägereien und Körperverletzung im Gefängnis. 

Seine Tochter Brooke besuchte er fast nie, auch wenn seine Ex-Frau versuchte, ihn nicht aus dem Leben des gemeinsamen Kindes verschwinden zu lassen. Als Brooke 2004 mit einer gefährlichen Gehirnhautentzündung ins Krankenhaus kam, verbrachte Mickey seine Zeit lieber bei einem Autorennen, als sie zu besuchen. Sandra zog einige Jahre später mit Brooke, zwei weiteren Kindern und ihrem neuen Partner zusammen.

2013 war er pleite, hatte keine eigene Wohnung mehr und konnte aufgrund seiner miserablen Reputation keine Arbeit finden, bis erst eine Fabrik und später ein Schlachthaus ihn einstellten. Heute liefert er Kohle aus und arbeitet sieben Tage die Woche.

„Ich war ein Alkoholiker, ich habe Glück, dass ich noch lebe. Wenn mir nicht das Geld ausgegangen wäre, würde ich bestimmt nicht mehr leben.“ sagt Mickey. Er bereut die Zeit seiner Exzesse nicht und nennt sie „die besten 10 Jahre seines Lebens“.

Das Leben, das Mickey Carroll jetzt führt, ist anstrengend und bescheiden, gefällt ihm aber sehr gut. Mickey hält Geld inzwischen für die „Wurzel allen Übels“, kauft sich aber immer noch manchmal ein Lotterielos.

Was würde der frühere Lotto-Millionär tun, wenn er noch einmal gewinnen würde? „Ein Haus kaufen und eine Weile auf Reisen gehen.“

Vorschaubild: ©Facebook/สุภกิจ สุภกิจ

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