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Gruselig

‘Geisterschiffe’ tauchen vor Iwojima aus dem Meer auf

Schiffswracks werden oft auch „Geisterschiffe“ genannt, weil sie so verlassen und unheimlich am Strand oder auf dem Meeresgrund liegen. Man weiß, dass hier einmal ein großes Unglück geschehen ist und dass dabei wahrscheinlich Menschen umgekommen sind. Taucher lieben die schaurige Schönheit der Wracks und die bekanntesten der Relikte sind beliebte Ziele für abenteuerlustige Ausflüge unter Wasser.


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Wracks, die auf dem Grund des Meeres liegen, bleiben normalerweise auch für immer dort. Aber manchmal gibt der Ozean wieder frei, was er genommen hat – und das kann sogar ganz unerwartet passieren.

Ende Oktober 2021 erlebten die Bewohner der Küste Japans eine gruselige Überraschung, als vor der kleinen Insel Iwojima plötzlich 24 Geisterschiffe aus dem Meer auftauchten. 

Die Aktivität eines Unterwasservulkans hatte dazu geführt, dass die Schiffe sich vom Boden des Ozeans lösten, wo sie seit 1945 gelegen hatten – denn die Wracks sind die Überreste von Kriegsschiffen aus dem Zweiten Weltkrieg, die in der langen und verlustreichen Schlacht um Iwojima – vom 19. Februar bis zum 26. März 1945 – gesunken sind. 

In der Schlacht um Iwojima trafen US-amerikanische und japanische Streitkräfte aufeinander. Sie zählt zu den bekanntesten und schrecklichsten der Schlachten des Zweiten Weltkrieges, bei der Zehntausende ihr Leben verloren, bevor die USA schließlich den Sieg erringen konnten. 

Im Anschluss an die Schlacht entstand das weltberühmte Foto „Raising the Flag on Iwo Jima“ des Kriegsfotografen Joe Rosenthal. Er wurde für sein Bild mit dem Pulitzer-Preis geehrt.

Die aufgetauchten Schiffe sind höchstwahrscheinlich japanische Kriegsschiffe, die nach Ende der Kämpfe von den US-Truppen vor Iwojima im Meer versenkt worden sind. Die Vulkanaktivität hatte die Schiffe vor 35 Jahren schon einmal an die Oberfläche getrieben, bevor sie wieder in die Tiefe sanken. 

Die seismische Aktivität hatte seinerzeit nicht nur die Schiffe, sondern auch eine ganze kleine Insel aus hartgewordener Lava und Vulkanasche in die Höhe gedrückt, die aber ebenfalls bereits wieder fast ganz versunken ist. 

Die Gegend um die Schiffswracks herum ist unbewohnt und heute noch gefährlich, denn dort liegen immer noch zahllose, nicht detonierte Bomben und Granaten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Daher ist es unwahrscheinlich, dass die Geisterschiffe geborgen werden können, bevor sie aufs Neue in der Tiefe verschwinden.

Was für eine geisterhafte Erinnerung an eine furchtbare Zeit. Wer weiß, wie oft die Schiffswracks noch an die Oberfläche kommen und dann wieder versinken werden.

Quelle: mirror

Vorschaubilder: ©Facebook/Trent Klug ©Facebook/Cheryl A. Lawrence-Frank