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Emotionales

Frühchen erkrankt an Corona

Ein Schicksalsschlag kommt selten allein. Aber es ist immer wieder erstaunlich, mit wie viel Kraft und Hoffnung Menschen sich an ihr Leben klammern – auch wenn ihre Finger dabei noch ganz winzig sind.

Als Peyton Maguire am 26. März dieses Jahres in Schottland das Licht der Welt erblickt, wiegt sie nur 1,5 Kilogramm. Das kleine Mädchen wurde 8 Wochen zu früh geboren. 

Seine ersten Lebenswochen verbringt das Neugeborene auf der Frühchenstation, der kleine Körper ist an zahlreiche Schläuche angeschlossen. Die Eltern Tracy und Arjuna Maguire weichen derweil nicht von Peytons Seite.

Als das Baby im April Husten und Schnupfen bekommt, hegen die Ärzte einen schrecklichen Verdacht. Ein Test gibt Gewissheit: Das erst 3 Wochen alte Baby hat sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert.

Mutter Tracy erinnert sich daran, wie die Mediziner für den Test einen Abstrich aus der Nase des Säuglings nehmen – ein unangenehm bis schmerzhaftes Unterfangen. „Es war das Schlimmste, was ich jemals gesehen habe“, erzählt die Schottin. „Ich habe mein Baby zum ersten Mal Tränen weinen sehen. Ich hielt sie fest und weinte ebenfalls.“

Peyton bekommt Steroide verabreicht, um ihre Lungen gegen die Atemwegserkrankung zu stärken. Den Eltern wird nahegelegt, sich für 14 Tage von ihrem Kind zu isolieren und nach Hause zu gehen. Doch das bringt die junge Mama nicht übers Herz:

„Ich flehte die Ärzte an und sagte, ich wolle nicht von ihr getrennt werden. Auch wenn sich alle im Krankenhaus um sie kümmerten, wollte ich für sie da sein, ich bin ihre Mutter.“

Die Ärzte geben nach und so bleibt Tracy Tag und Nacht bei ihrer Tochter, während sich weltweit die Coronakrise verschärft. Doch Baby Peyton, zu diesem Zeitpunkt die jüngste COVID-19-Patientin Schottlands, gewinnt den Kampf gegen das Virus. 

Am 20. April wird das kleine Mädchen aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen, wo auch Vater Arjuna seine Tochter nach der Quarantäne endlich wieder in die Arme schließen kann. 

Die Eltern sind nach diesen Wochen voller Bangen um ihr Kind vor allem dem Krankenhauspersonal unendlich dankbar. „Es ist unfassbar, was sie für eine Arbeit leisten“, so Tracy. „Sie haben sich in voller Schutzmontur um mein Baby gekümmert. Peyton ist für mich das Wichtigste auf der Welt und ich habe sie ihnen anvertraut.“

Peyton hat ihr Gewicht mittlerweile mehr als verdoppelt und wächst und gedeiht im Kreise ihrer Lieben prächtig. Das kleine Mädchen hat schon im jüngsten Alter absoluten Kämpferwillen gezeigt!

Vorschaubild: © Facebook/Tracy Maguire