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Emotionales

Supermarkt lässt toten Mitarbeiter 4 Stunden im Gang liegen

Der Kunde ist König und sein Einkaufserlebnis soll in keiner Weise gestört werden. An sich ein löblicher Ansatz des Einzelhandels. Doch im Falle eines Supermarktes im Nordosten Brasiliens wurde die Kundenzufriedenheit auf geschmacklose Art und Weise über den pietätvollen Umgang mit Mitarbeitern gestellt. 

Manoel Moisés Cavalcante arbeitete als Handelsvertreter für ein Lebensmittelunternehmen. Am 14. August befand er sich beruflich in einem Supermarkt der Einzelhandelskette Carrefour im brasilianischen Recife. Doch im Geschäft erlitt der 59-Jährige plötzlich einen Herzinfarkt. 

Angestellte des Supermarkts leisteten Erste Hilfe und riefen die Sanitäter. Der Mann konnte allerdings nicht wiederbelebt werden und starb an Ort und Stelle.

Sein toter Körper blieb dort auf dem Boden liegen, wo er zusammengebrochen war, direkt vor den Paletten mit Heineken-Bier. Aber statt das Geschäft bis zum Abtransport der Leiche zu schließen, bedeckten Mitarbeiter den Verstorbenen mit drei grünen Sonnenschirmen und stellten rundherum Pappkartons auf. Der Supermarkt blieb noch vier weitere Stunden geöffnet, damit Menschen weiter einkaufen konnten. 

Während die Kunden im Supermarkt unbehelligt durch die Regale streiften, konnten sie nicht ahnen, dass sich unter den Schirmen nicht etwa ein verschütteter Kasten Bier versteckte, sondern ein toter Mann. 

Weil sich die Bilder mittlerweile in den sozialen Medien verbreitet haben, gab das französische Unternehmen Carrefour, das in 30 Ländern Filialen betreibt, ein öffentliches Statement heraus:

„Carrefour entschuldigt sich für die unangemessene Art und Weise, wie mit dem Tod von Manoel Moisés Cavalcante umgegangen wurde. Das Unternehmen hat den Fehler gemacht, das Geschäft nicht sofort nach dem Vorfall zu schließen, und hat nicht den richtigen Weg gefunden, den Leichnam zu schützen. 

Wir betonen, dass wir nach seinem Tod der Anordnung der Rettungskräfte gefolgt sind, den Körper nicht zu bewegen. Carrefour hat die Richtlinien für MitarbeiterInnen geändert, sodass in Ausnahmesituationen wie dieser das Geschäft zu schließen ist – um mehr Sensibilität und Respekt zu zeigen.“

Für die Witwe des Verstorbenen kommt das allerdings zu spät. „Ich war empört“, ließ Odeliva Cavalcante gegenüber einem brasilianischen Nachrichtenblatt verlauten. „Sie haben nicht an den Menschen gedacht, sondern nur an das Geld. Es ist ein schreckliches Gefühl.“

Vorschaubild: © Facebook/Revista Proteção

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